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Hochschule Deggendorf

Evaluierungs-Konzept der Fakultät Betriebswirtschaft/Wirtschaftsinformatik

Ein Kugelschreiber liegt auf einem weißen Spiralblock.

Inhalt

  1. Ansatzpunkte des Qualitätsmanagements
  2. Subjektive Qualitätstheorien
  3. Aufbau des Evaluationskonzepts
  4. Durchführung der Veranstaltungsevaluation
  5. Qualitätszirkel mit Studierenden
  6. Weitere Maßnahmen

1. Ansatzpunkte des Qualitätsmanagements

Das Evaluationskonzept der Fakultät Betriebswirtschaft wurde als Instrument eines umfassenden Qualitätsmanagements konzipiert. Im Zentrum dieses Qualitätsmanagements stehen die Lehrveranstaltungen. Darüber hinaus wurden verschiedene zusätzliche Ansatzpunkte der Qualitätssicherung erschlossen. Die Qualitätssicherungsmaßnahmen beruhen größtenteils auf dem Grundgedanken der "Aktionsforschung": Dieser Ansatz hat das Ziel, Veränderungsprozesse in Kooperation mit den betroffenen Personen in Gang zu setzen und zu steuern. Um die Studierenden aktiv einzubeziehen, werden die Semestersprecher jedes Studienganges zu Beginn des Studienjahres durch die Studiendekan über die Grundlagen des Evaluationskonzepts und daraus resultierende Mitbestimmungsrechte informiert. Die Semestersprecher/innen übernehmen Schnittstellenfunktion zwischen den Studierenden ihres Semesters und den Lehrbeauftragten und Professoren/innen unserer Fakultät. Sie sind Ansprechpartner für Kommilitonen und stimmen sich im Rahmen von Semestersprechersitzungen mit der Studierendenvertretung der gesamten Fakultät ab. Einmal pro Semester nimmt der Studiendekan an diesen Sitzungen teil. Darüber hinaus vertreten sie die Interessen ihres Semesters in unseren Qualitätszirkeln, in denen sie mit dem Dekan und dem Studiendekan Ansätze zur Verbesserung der Lehrqualität erarbeiten. Durch die Sammlung und Diskussion von Verbesserungsvorschlägen leisten die Semestersprecher wichtige Beiträge zu der lebendigen und offenen Diskussions-Kultur die unsere Fakultät auszeichnet. Neben den Evaluationsmaßnahmen, die auf die Einbeziehung der Studierenden ausgerichtet sind, beschäftigen sich verschiedene Kollegen-Arbeitskreise, wie z. B. die "Ständige Kommission für Lehre und Studierende" mit qualitätsrelevanten Themen. Weitere Ansatzpunkte sind die Evaluation von Zusatzfunktionen der Kollegen und die Befragung von Absolventen.

2. Subjektive Qualitätstheorien

Im Rahmen der Veranstaltungs-Evaluation soll die Qualität der Lehre auf Basis definierter Qualitätsziele gemessen und bewertet werden. Die Definition derartiger Qualitätsziele kann jedoch nicht unabhängig von den betroffenen Personengruppen vorgenommen werden. Aufgrund unterschiedlicher Erfahrungen, Sichtweisen und Wissensbestände entwickeln sowohl Professorinnen und Professoren als auch Studierende einer Fachrichtung sogenannte "Subjektive Theorien" über die Qualität einer "idealen" Lehrveranstaltung. Diese Subjektiven Qualitätstheorien prägen das Erleben von Lehrveranstaltungen. Gleichzeitig steuern sie das Handeln von Lehrenden und Studierenden. Da die Subjektiven Theorien von Lehrenden und Studierenden im Allgemeinen mehr oder weniger stark voneinander abweichen, kann sich im Extremfall die in dem folgenden Kreislauf dargestellte wechselseitige Zuschreibung von Verantwortung ergeben:

Ein Aussteigen aus einem derartigen Kreislauf wechselseitiger Zuschreibungen wird nur möglich, wenn die Qualitätstheorien von Lehrenden und Studierenden transparent gemacht werden. Im nächsten Schritt können durch Metakommunikation und wechselseitiges Feedback Verantwortungsbereiche geklärt und gemeinsame Verbesserungsvorschläge erarbeitet werden.

3. Aufbau des Evaluationskonzepts

Um die Subjektiven Qualitätstheorien der Studierenden und der Professorinnen/Professoren zu berücksichtigen und die Verantwortung von vornherein auf beide Gruppen zu verteilen, wurde beim Aufbau des Evaluationskonzepts im Wintersemester 1999/2000 wie folgt vorgegangen:

Der Kollegen-Workshop zum Thema "Qualität der Lehre" diente zur Festlegung von Qualitätszielen für die Fakultät bzw. für einzelne Lehrveranstaltungen. Im Anschluss wurden 56 Studierende unterschiedlicher Semester und Studiengänge mit Hilfe verschiedener Interview-Techniken zu den für sie relevanten Qualitätskriterien befragt. Der Fragebogen der Fakultät basiert auf den zusammengefassten und stark gekürzten Ergebnissen beider Erhebungen. Das Gesamtkonzept legt fest, dass jede Veranstaltung im zwei-Jahres-Rhythmus evaluiert werden muss. Die Evaluationsergebnisse sind in jedem Fall durch die jeweiligen Dozenten/innen mit den Studierenden zu besprechen.

4. Durchführung der Veranstaltungsevaluation

Die zu evaluierenden Lehrveranstaltungen werden von den Professorinnen und den Professoren der Fakultät vorgeschlagen. Die Vorschläge orientieren sich an der verbindlichen Richtlinie, alle Veranstaltungen in einem Zeitraum von zwei Jah­ren mindestens einmal zu bewerten. Um die Einhaltung der Richtlinie zu überprüfen, erstellt der Studiendekan eine Übersicht über die evaluierten und noch zu evaluierenden Veranstaltungen. Die Befragungen werden entweder über Internet mit Hilfe des ,Inquiry"-Umfragesystems der FH Ravensburg/Weingarten oder mit kopierten, durch Mitarbeiter des Studiendekans ausgeteilte Fragebögen unmittelbar in der Veranstaltung durchgeführt. Neben der standardisierten Befragung werden in einigen Kleingruppenveranstaltungen "Zettelabfragen" (mit offenen Fragen nach positiven und negativen Aspekten der Lehrveranstaltung) durchgeführt. Zudem verwenden manche Kollegen eigene Fragebögen. Die Auswertung der Befragungen findet in einem Zeitrahmen von maximal einer Woche statt. Wenn die Auswertung über das System des Studiendekans erfolgt, erhalten die Kollegen/innen die Auswertung als PDF-File. Neben den methodischen Grundlagen wirkt sich vor allem die Frage nach den Konsequenzen der Evaluation auf die Motivation der Studierenden aus. Diese Konsequenzen werden von den Dozenten im Rahmen eines verbindlich vorgeschriebenen Diskurses mit den Studierenden über die wahrgenommene Qualität der Lehre direkt vereinbart. Die Ergebnisse der Besprechung werden durch die evaluierten Dozenten/innen protokolliert, an den Studiendekan weitergeleitet und im Lehrbericht zusammengefasst. Bei Problemen und Konfliktfällen steht der Studiendekan als Moderator zur Verfügung. Er weist die Semestersprecher und Studierenden von Beginn des ersten Semesters an auf die Möglichkeit hin, diese Moderationsfunktion zu nutzen.

5. Qualitätszirkel mit Studierenden

Ein äußerst effektives Instrument zur Sammlung und Bearbeitung von Problemen, die sich im Rahmen der Veranstaltungsevaluation nicht lösen lassen, sind Qualitätszirkel mit Studierenden, die die Fakultät seit dem Sommersemester 2001 regelmäßig anbietet. Die Qualitätszirkel werden durch den Dekan und den Studiendekan mit den Semestersprechern sämtlicher Studiengänge durchgeführt. Beispiele für bisher bearbeitete fächerübergreifende Themen sind u. a.:

  • Technische Schwierigkeiten bei der Anmeldung zu AW-Fächern
  • Informationen auf der Homepage
  • Einbindung der Semestersprecher in die Evaluation Berücksichtigung von Prüfungsleistungen, die im Ausland erbracht wurden im Abschlusszeugnis
  • Mangelnde Vereinbarkeit von Prüfungszeiträumen mit den Semesterzeiten ausländischer Hochschulen Stundenplanüberschneidungen vermeiden
  • WLAN-Zugriff auf Hochschulnetz
  • Erweiterte Bibliotheksöffnungszeiten

Bereits während des Qualitätszirkels wird geprüft, welche Verbesserungsvorschläge realisierbar sind. Die umsetzbaren Kritikpunkte werden unmittelbar im Anschluss an die Qualitätszirkel bearbeitet. Neben den übergreifenden Themen wird in den Qualitätszirkeln auch veranstaltungsspezifische Kritik geäußert. Das Feedback der Studierenden wird durch den Studiendekan und z. T. auch durch die Semestersprecher in Einzelgesprächen an die betroffenen Kollegen/innen weitergeleitet.

6. Weitere Maßnahmen

Weitere Ansatzpunkte des Qualitätsmanagements sind Studentenbefragungen zu verschiedenen Themen. Im Sommersemester 2006 wurde von der Studentenvertretung und vom Studiendekan eine Befragung durchgeführt, um herauszufinden, warum die Studierenden der Fakultät Betriebswirtschaft/Wirtschaftsinformatik in Deggendorf studieren und wie zufrieden Sie mit ihrer Entscheidung sind. Im Wintersemester 2006/2007 haben die Studierendenvertreter eine Befragung aller Studenten zur möglichen Verwendung der Studiengebühren organisiert. Um die Lehrqualität im Studiengang Betriebswirtschaft auch aus der Perspektive bereits berufstätiger Absolventinnen und Absolventen beurteilen zu können, wurde im SS 2002 eine Alumni-Befragung durchgeführt. Eine qualitative Befragung erster International Management Absolventen wurde mit dem Dies Academicus 2005 verbunden. Darüber hinaus erfolgte die Evaluation von Zusatzfunktionen, die vom Kollegium wahrgenommen werden. Zu diesem Zweck wurden durch studentische Mitarbeiter des Studiendekans qualitative Interviews mit Studierenden und externen Ansprech­partnern (z. B. Studienbewerber oder -interessierte) geführt. Um die Qualitätssicherungs-Instrumente der gesamten Hochschule zu reflektieren, zu verbessern und in einem sinnvollen Maß zu vereinheitlichen, wurde im Sommerse­mester 2001 die "Ständige Kommission für Lehre und Studierende" ins Leben geru­fen. Mitglieder dieser Kommission sind die Studiendekane der Fakultäten, die Frauen- und der Didaktikbeauftragte, zwei Studierendenvertreter und der Vizepräsident der FH Deggendorf.


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