Das Tätigkeitsfeld eines
Maschinenbauingenieurs ist sehr breit gefächert. Ein Absolvent hat
die Wahl zwischen Forschung und Entwicklung, Konstruktion, Fertigungsplanung,
Qualitätssicherung, Projektierung, Software-Engineeriung oder Vertrieb
bei Arbeitgebern der Groß- und mittelständischen Industrie,
im Handwerk oder öffentlichen Dienst, oder bei Verbänden oder
Forschungsinstitutionen.
Gesucht werden insbesondere
qualifizierte Absolventen für die Bereiche Fertigung und Produktion,
Entwicklung und Konstruktion und im Marketing bzw. Vertrieb, wobei die
aktuellen Stellenangebote vor allem aus dem Maschinen- und Anlagenbau,
dem Fahrzeugbau und der Elektroindustrie kommen.
Je nach Alter und Branche kann ein Absolvent mit einem Einstiegsgehalt
von ca. 40.000 - 60.000.- € rechnen. In den ersten fünf Berufsjahren
steigt das Gehaltsnievau um etwa 30 - 50%.
VDI (07.Dezember 2006):
Ingenieurmangel nimmt zu
Die
zurzeit am häufigsten nachgefragten Ausbildungsrichtungen bei den
Arbeitgebern sind Maschinenbauer, Elektroingenieure und Architekten/Bauingenieure.
Lag der durchschnittliche
Fachkräftemangel im April noch bei 18.000 offenen Stellen, die
nicht besetzt werden konnten, so liegen wir heute bei durchschnittlich
22.000 offenen Ingenieurstellen. Der Anstieg in den vergangenen acht
Monaten liegt bei über 20 Prozent. Um die nicht-besetzten Stellen
zu ermitteln, haben wir den Mittelwert der offenen Ingenieurstellen,
die in der Bundesagentur für Arbeit in den vergangenen 12 Monaten
gemeldet wurden, gebildet. Unter der Annahme, dass auf dem Graumarkt
etwa die gleiche Anzahl an Arbeitskräften gesucht wird, kommen
wir auf diese Summen.
Es entstehen zudem weitere
Arbeitsmarkteffekte. So werden in der Forschung und Entwicklung pro
nicht-besetztem Ingenieur durchschnittlich 1,8 Stellen nicht geschaffen.
Aufgrund fehlender Kaufkraft werden im Handel wiederum 0,5 Arbeitsplätze
pro fehlenden Ingenieur nicht besetzt. Auf eine nicht besetzte Ingenieurstelle
kommen also rund 2,3 nicht realisierte Arbeitsplätze.
Zu diesen Arbeitsmarkteffekten
gesellen sich Wertschöpfungsverluste auf Grund von Einkommenseffekten.
Das durchschnittliche Einkommen eines Ingenieurs in Deutschland beträgt
rund 65.000 Euro pro Jahr. Bei 22.000 fehlenden Ingenieuren sprechen
wir von einer fehlenden Wertschöpfung von 1.43 Milliarden Euro.
Bemessen wir die Mitarbeiter in Forschung und Entwicklung mit dem durchschnittlichen
Jahreseinkommen technischer Berufe in Deutschland, etwa 47.000 Euro
jährlich, so fehlen bei 39.600 FuE-Mitarbeitern zusätzlich
rund 1.861 Milliarden Euro. Die 11.000 fehlenden Beschäftigten
aus dem Handel mit einem Jahreseinkommen von je 41.000 Euro steuern
einen Ausfall von 451 Millionen Euro bei. Zusammen ergeben die drei
Einkommensarten eine fehlende Wertschöpfung von 3,742 Milliarden
Euro.
Betrachten wir in diesem
Zeitraum die Entwicklung der einzelnen Bundesländer, so fällt
auf, dass in Nordrhein-Westfalen mit etwa 4.200 Ingenieurstellen die
meisten Fachkräfte gesucht werden, vor Bayern, das vor acht Monaten
noch auf Platz eins lag, mit rund 3.900. Baden-Württemberg benötigt
auf Platz drei immer noch über 3.700 Ingenieure.