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Hochschulpresse: Presseartikel 2007

An dieser Brücke führt kein Weg vorbei

Brückenbauer mit Modell

Leonardo da Vinci hat’s vorgemacht: Sebastian Thanner (l.) und Stephan Thalhammer zeigten im Sitzungssaal, wie man Brücken auch bauen kann.

Drei-Stege-Modell

Das Modell der Brücke mit drei Stegen, entworfen von Cornelia Arnold und Thomas König, überzeugte die Stadträte im Senat.
Fotos: Wittler

 

 

Studenten haben Stege über den Hammermühlbach geplant - Konzept mit drei Wegen gewinnt

Deggendorf (kw). Sie sollten eine Fußgängerbrücke über den Hammermühlbach entwerfen. Sieben Bauingenieur-Studenten von FH-Professor Dr.-Ing. Florian Neuner hatten den Auftrag, planerisch die Tennisplätze des TC Rot-Weiß zu verbinden, den Stadtpark mit dem Donau-Wald-Stadion, das Gelände des Landwirtschaftsamts mit dem der Handwerkskammer. Rund 15 Meter Stützweite, 1,50 bis 1,80 Meter breit, aus Stahl, Holz und in verschiedenen Bauweisen - die Konzepte von Mario Biller, Alfred Hölzl, Stefan Labermeier, Stephan Thalhammer und Sebastian Thanner haben den Stadtentwicklungssenat gestern allesamt überzeugt. Alle beteiligten Studenten hatten lobende Worte aus dem Gremium auf ihrer Seite - und werden von OB Anna Eder für den Fachhochschulpreis 2008 vorgeschlagen.

Nicht zu schlagen aber war die darüber hinausführende Idee von Cornelia Arnold und Thomas König: „An dieser Brücke führt kein Weg vorbei“, stellte SPD-Fraktionschef Wolfgang Lorenz fest. Und richtig: Der dreiarmige Steg ist von allen Seiten zu erreichen. Denn er überquert auch den Kollbach, der kurz darauf nach dem Zusammenfluss mit dem Hammermühlbach zum Bogenbach wird. Und damit wären auch die Fuß- und Radwege beiderseits des Bogenbachs über die neue Brücke miteinander verbunden.
Jeder Stadtrat im Gremium bekam von Thomas König drei Holzstäbchen, mit denen er das raffinierte Prinzip nachbauen konnte: Richtig übereinander gelegt, tragen sich die drei Achsen selbst, und das recht stabil. Die von den Studenten geplante und als Modell und Fotomontagen vorgestellte Stahlträgerbrücke wird zudem von einem Pfeiler in der Mitte getragen und ebenso, symbolisch gesehen, von allen Fraktionen.

Dieser Vorschlag sei sein Geld wert, urteilte für die CSU Gerard Zacher. Denn immerhin wird die Brücke über zwei Bäche mit rund 130 000 Euro etwa doppelt so viel kosten wie all jene, die nur über den Hammermühlbach führen. Dennoch, so Zacher: „Das ist eine sehr gute Lösung, die Deggendorfer werden begeistert sein.“ Ausgezeichnet seien alle Entwürfe, lobte Wolfgang Lorenz im Namen der SPD-Fraktion. Gerade bei der von Stephan Thalhammer und Sebastian Thanner präsentierten Idee schlage sein Physiker-Herz höher: Denn die Studenten bemühten für ihre raffinierte Konstruktion eine Vorlage von Leonardo da Vinci. Aber, so Lorenz: „Die Dreier-Verbindung ist noch einmal etwas anderes.“ Als „das Vernünftigste“ erachtet auch Karl-Heinz Gollwitzer im Namen der Freien Wähler diesen Vorschlag. Diesen umzusetzen, und das so bald als möglich, war also schnell einstimmig beschlossene Sache. Diskutiert wurde noch über Details wie die Stabilität bei Hochwasser oder die Art des Bodenbelags. Stöckelschuhe, Hundepfoten und Barfuß-Läufer sprechen für Holzbohlen, die Griffigkeit bei Regen, durchfallender Schnee und die mögliche Verwitterung von Holz für einen Stahlgitterrost.

Den Standort der Brücke hatten sich mehrere Stadträte vor der Sitzung persönlich angeschaut. Auf dem Gelände des früheren Freibads endet dessen asphaltierter Weg beim Landwirtschaftsamt derzeit als Sackgasse in der Wiese. Der Weg soll an Tennisplatz und Amt vorbei fortgeführt werden und hinter einem der Gebäudeteile zum Hammermühlbach hin. Dort, wo der Damm jetzt noch wild bewachsen ist, soll die Brücke diesen überqueren. Beim Parkplatz der Handwerkskammer und den Tennisplätzen auf der anderen Seite - bisher nur über die Graflinger Straße erreichbar - führt der Weg dann weiter. Mit der Verbindung auch über den Kollbach gelingt ein weiterer Brückenschlag zwischen Freizeiteinrichtungen, Schulzentrum und Lehrlingswohnheim der Handwerkskammer.

 

Deggendorfer Zeitung vom 14. Juni 2007

 

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