Fachhochschule als wichtiges Bindeglied |
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Kamingespräch mit Erwin Huber Anschubfinanzierung und ProfessorengehälterDeggendorf. (sum) Die wichtige Rolle der Fachhochschulen (FH) als Bindeglied zwischen der Grundlagenforschung der Universitäten zu der Entwicklung marktfähiger Produkte und Dienstleistungen würdigte der CSU-Vorsitzende und designierte bayerische Finanzminister Erwin Huber bei einem Kamingespräch am Vorabend der Präsidentenkonferenz der Bayerischen Hochschulen in Deggendorf (wir berichteten bereits kurz). An diesem Gespräch mit den Präsidenten nahmen neben Huber Oberbürgermeisterin Anna Eder, MdL Bernd Sibler und MdB Barthl Kalb teil. Die Vorsitzende der Präsidentenkonferenz Hochschule Bayern e.V., Prof. Dr. Marion Schick, dankte Huber und der CSU für ihre Sympathie für diesen Hochschultyp. "Der flächendeckende Ausbau der Fachhochschulen in Bayern war richtig", so Schick. Der Erfolg der mittlerweile 21 Fachhochschulen, die Akzeptanz und die guten Berufsaussichten der Absolventen zeigen, dass es ein Schritt in die richtige Richtung war. Doch dürfe Bayern mit dem Erreichten nicht zufrieden sein, deswegen wollen die Präsidenten dem künftigen Finanzminister einige Dinge ans Herz legen, wie mit wenig Geld viel für ihre Hochschulen erreicht werden könne. "Deutschland ist in der Grundlagenforschung spitze", beschrieb der Präsident der FH-Deggendorf, Professor Dr. Reinhard Höpfl, die aktuelle Situation. Für den Standort Deutschland sei es wichtig, daraus marktfähige Produkte und Dienstleistungen zu entwickeln. Das geschehe bereits erfolgreich in Forschungsvorhaben an den Hochschulen, die von Industriebetrieben finanziert werden (Drittmittelforschung). Doch diese Drittmittel müssen angeworben werden, dafür sei eine staatliche Anschubfinanzierung notwendig. Schick stellte sich eine Größenordnung von fünf Millionen Euro im Nachtragshaushalt vor, die in anderen Bundesländern bereits gewährt werde und den Hochschulen wichtige Geldquellen erschließe. Thema Besoldung Die Vorsitzende lobte die Staatsregierung, dass im Rahmen des Hochschulpaktes die Hochschulen mit einer Milliarde Euro unterstütze. Dadurch werden in den nächsten vier Jahren 38000 neue Studienplätze und 3000 neue Planstellen, darunter 1000 Professorenstellen an den Fachhochschulen, geschaffen. Schick fürchtete, dass es nicht gelingen werde, diese Stellen zu besetzen, da das Anfangsgehalt eines FH-Professors etwa mit dem einer Grundschullehrerin mit etwas Berufserfahrung vergleichbar sei. Es werde schwierig werden, hoch qualifizierte Akademiker, die nach ihrer Promotion drei Jahre Berufserfahrung gesammelt haben und in der Industrie das Doppelte oder Dreifache verdienen, als Professoren zu gewinnen. Sie appellierte an Huber, den Spielraum, den die Länder im Rahmen der Föderalismusreform gewonnen haben, zu nutzen. Huber sah gerade in Zeiten des Ingenieurmangels die Konkurrenz zwischen Industrie und Hochschule um die besten Köpfe. In der Frage der Besoldung müsse man einen Gesamtzusammenhang herstellen, sie lasse sich nur im Konsens lösen. Stichpunkt duale Ausbildung Er stimmte mit der Konferenz überein, dass der akademische Titel "Bachelor", der im Rahmen des Prozesses der Harmonisierung der Studiengänge in Europa und weltweit, dem Bologna-Prozess, eingeführt wurde, nur durch ein Hochschulstudium erlangt werden könne. Bestrebungen, Berufsausbildungen als "Professional-Bachelor" mehr internationale Anerkennung zu verschaffen, lehnte er ab. "Auch wenn im fränkischen Meister und Master ähnlich klingen, gibt es klare Unterschiede zwischen der dualen Berufsausbildung in Betrieb und Berufsschule und einem Studium", betonte der Präsident der Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg, Michael Braun. Die duale Ausbildung brauche sich nicht zu verstecken, sie habe ihren Stellenwert im Europäischen Qualitätsrahmen, sei aber mit einem Studium nicht zu vergleichen. Eine gute Meisterprüfung solle aber als Zugangsvorraussetzung für ein Studium anerkannt werden, um die Durchlässigkeit zwischen beruflicher und akademischer Ausbildung weiter auszubauen. Bewährt habe sich auch die "Duale Hochschule", wo die betriebliche Ausbildung mit einem Studium kombiniert werde. Erwin Huber sah Bayern mit dem Zukunftsprogramm Bayern 2020 auf einem guten Weg. Er wolle in Absprache mit dem Landtag die Ausgaben im Hochschulbereich von drei Prozent des Bruttoinlandsproduktes auf 3,6 Prozent steigern. Nicht nur die Herausforderung durch den doppelten Abiturjahrgang, der 2011 an die Universitäten drängt, rechtfertige diese Anstrengung. "Der eine zieht, der andere schiebt", umschrieb er die Zusammenarbeit mit den Hochschulen für angewandte Wissenschaften, mit dem Ziel, den Anteil der Studierenden von 25 Prozent auf 40 Prozent zu steigern. Sie studieren hier schneller, werden intensiver betreut und haben sehr gute Chancen in der Wirtschaft, fasste Huber die Vorteile eines FH-Studiums zusammen.
Donau-Anzeiger vom 16. Oktober 2007
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