Beste Stimmung mit den "Lärchenbläsern" |
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Gipsy Brass Band verzauberte Publikum auf dem Campus - Europäische Wochen Deggendorf.Überfüllt war der
Campus der Fachhochschule am Samstagabend, als dort im Rahmen der Europäischen
Wochen die "Gipsy Brass Band Fanfare Ciocarlia" auftrat.
Die "Lärchenbläser", wie die Übersetzung ihres
rumänischen Namens bedeutet, wurden 1996 von dem Deutschen Henry
Ernst als einfache Dorfkapelle entdeckt. Etwas schwierig wird es bei
der Nationalbezeichnung, Gipsy bedeutet ja Roma, die frühere romantische
und in der Musik unzählige Male positiv gebrauchte Bezeichnung Zigeuner
ist heute verpönt. Trotz der drohend aufgebauten Tonanlage blieben
die Musiker in der Lautstärke für das überwiegend reifere
Publikum bei guter Akustik des Freiraums gut hörbar und so konnte
man den Vortrag voll auskosten. Aufgefordert wurden die wegen der Hitze
in überwiegend lockerer Kleidung erschienenen Besucher zum Mitklatschen.
Intendant Dr. Pankraz Freiherr von Freyberg strahlte, dass seine Deggendorfer
Veranstaltung wieder so großen Erfolg hatte. Natürlich gab es für
die Musikfreunde eine ganze Reihe interessanter Beobachtungen. So beherrschen
alle Musiker ihr Instrument in vollkommener Art. Es sind dies Costica
Trifan, Paul Marian Bulgaru, Radulescu Lazar, Oprica, Ioan, Laurentiu
und Dan Ionel Ivancea, Constantin Cantea, Monel Trifan, Constantin Calin,
Costel Ursu und Nicolae Ionica. Die Hörner sind als Euphonium gebaut.
Die Tuben sind in Wirklichkeit bei uns noch nie gesehene oder gar gehörte
Helikons. Diese gewaltigen Blechblas-Bassinstrumente ähneln dem Sousaphon
und sind zum Umhängen. Sie wurden 1845 in Wien von Ignatz Stowasser
erfunden. Gespielt wurde ohne Noten, die einzelnen Musiker zwischen 22
und 60 Jahren geben sozusagen eine Melodie weiter, ähnlich wie schon
in der Familie Bach gespielt wurde. Freilich muss einem diese Art des
Musizierens angeboren sein und die Roma haben dies seit vielen Generationen
im Blut. Bei der Begrüßung hatte der Intendant darauf hingewiesen,
dass die Musikkapelle Wanderer zwischen den Welten sei. So stellte es
sich auch heraus. Es begann mit einer feierlichen Intrade der tiefen Bassinstrumente. Dazu gesellte sich ein quickendes Altsaxophon und so nach und nach, bei immer schnellerem Tempo, kam das Tutti dazu, bis sich alles in rasendem Wirbel drehte. Zwar wurde die Aufforderung doch zu tanzen, vom Publikum nicht befolgt, mitgeklatscht wurde aber schon bei den passenden Stellen. Auch die Musiker machten Späße mit sich und ihren Instrumenten, so dass die Stimmung bestens auf das Publikum übergriff. Immer wieder war bewundernswert, welche Fülle von Möglichkeiten zu hören war. Das ging vom tristen Gesang und Bläserspiel in sich steigernder Geschwindigkeit über Vibrati zum ausgelassenen wirbelnden Tanzrhythmus. Solis aller Art würzten den Vortrag und die Fülle der Melodien ging von Klängen aus der Heimat bis nach Südamerika, in aneinandergehängten Verbindungen von Ländern und deren traditioneller Volksmusik. Großer Beifall und Zugaben dankten von beiden Seiten. Willi Gärtner
Donau-Anzeiger vom 16. Juli 2007
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