Studenten für Top-Leistungen ausgezeichnet |
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Bild: Peter Kallus |
Preis der Industrie- und Handelskammer verliehen - Wirtschaft und Wissenschaft Deggendorf.Für ihre hervorragenden und praxisbezogenen Leistungen in ihrer Diplomarbeit erhielten gestern Abend in einer Feierstunde an der FH 13 Studenten der Universität Passau, der Fachhochschule Deggendorf und der Fachhochschule Landshut IHK-Preise. IHK-Präsident Gerhard Thiele hob in seiner Laudatio die wesentliche Zielsetzung des IHK-Preises, nämlich eine stärkere Vernetzung von Wirtschaft und Wissenschaft in Niederbayern, besonders hervor. Seit der Stiftung des Preises im Jahre 1985 sind bisher 214 Studierende damit ausgezeichnet worden. "Die Berührungsängste zwischen Unternehmen und Hochschulen sind in den letzten Jahren weitgehend abgebaut worden", stellte IHK-Präsident Gerhard Thiele in seiner Ansprache fest. Dazu hätten vielfältige Aktivitäten beigetragen, zum Beispiel gemeinsame Veranstaltungen der IHK mit den Hochschulen, die zunehmende Tätigkeit von Praktikanten in den Unternehmen oder auch die Schaffung praxisorientierter, berufsbegleitender Studiengänge. Es gebe jedoch noch einiges zu tun, denn zu viele niederbayerische Unternehmen hätten immer noch kaum Kontakt mit Hochschulen und deren Professoren. Deshalb werde die IHK die Bemühungen fortsetzen, das Potential der Hochschulen für die Betriebe stärker nutzbar zu machen. Vor allem in den technischen Disziplinen könne durch die Diplomarbeiten manches Problem in den Betrieben gelöst werden. Thiele forderte deshalb alle anwesenden Unternehmensvertreter auf, den Kontakt zu den Hochschulen, zu den Professoren zu suchen und mit den Studenten auch frischen Wind und neue Ideen in den täglichen Betriebsablauf zu bringen. Während bisher überwiegend Diplomarbeiten mit dem IHK-Preis ausgezeichnet worden seien, werde dies in absehbarer Zeit nicht mehr möglich sein, fuhr IHK-Präsident Thiele weiter fort. Die Umstellung auf die Studiengänge Bachelor und Master sei nämlich in vollem Gange. Ziel sei es, bis zum Jahr 2010 den Bologna-Prozess und damit die europaweite Hochschulreform mit der Vereinheitlichung der Studiengänge abzuschließen. Die Wirtschaft müsse sich also darauf einstellen, dass sie künftig keinen Diplomkaufmann mehr bekomme, sondern einen Bachelor Business Administration and Economics. Und der Diplomingenieur werde durch den Bachelor of Engineering ersetzt, so Thiele. An den Fachhochschulen werde sich im Vergleich der bisherigen Diplomstudiengänge zu den künftigen Bachelorabschlüssen nicht allzu viel ändern - lediglich ein Praxissemester falle weg. Unsicherer seien die Erwartungen bezüglich des Bachelorabschlusses an der Universität. Hier sei die Frage, ob die Wirtschaft diesen ersten berufsbegleitenden Abschluss akzeptiere oder doch mehr Wert auf einen Masterabschluss lege. Nachdem Masterabschlüsse künftig sowohl an der Universität als auch an den Fachhochschulen erreicht werden können, müssten die Unternehmen künftig mehr als bisher darauf achten, was der Absolvent tatsächlich studiert habe, welche Fertigkeiten und Kompetenzen er erworben und welche Leistungen er gezeigt habe, so Präsident Thiele. Die Hochschulen stünden also vor gewaltigen Herausforderungen, denn es änderten sich nicht nur die Abschlussbezeichnungen, sondern auch der gesamte Verlauf des Studiums. Die IHK werde gemeinsam mit den Hochschulen die Unternehmen auf dem Laufenden halten, wie dies auch in der Vergangenheit schon geschehen sei. Präsident Thiele zeigte sich jedoch überzeugt davon, dass die niederbayerischen Hochschulen gut gerüstet seien, um den Veränderungsprozess erfolgreich zu bestehen. Der "Hausherr", FH-Präsident Professor Dr. Reinhard Höpfl, verwies in seiner Ansprache auf die Clusterbildung als wichtige Stärke des Standorts Bayern. Die regionalen Netzwerke von Unternehmen, Forschungseinrichtungen, Hochschulen und wichtigen Kunden hätten eine enorme Bedeutung für die Innovationsfähigkeit der Unternehmen. Die Preisträger Das Verleihungsgremium für den IHK-Preis, bestehend aus IHK-Präsident Gerhard Thiele, Rektor Professor Dr. Walter Schweitzer von der Universität Passau, Präsident Professor Dr. Reinhard Höpfl von der Fachhochschule Deggendorf, Präsident Professor Dr. Erwin Blum von der Fachhochschule Landshut, Hans Lindner von der Firma Linder AG, Arnstorf und IHK-Hauptgeschäftsführer Walter Keilbart, wählte als Preisträger 2007 folgende Absolventen beziehungsweise Studenten der Universität Passau und der Fachhochschulen Deggendorf und Landshut aus: Andreas Bloch, Osterhofen, Fachhochschule Deggendorf: "Auswirkungen von Basel II auf die Finanzierung des Mittelstandes durch Sparkassen" (Professor Dr. Hans Paul Bisani). Thomas Haslinger, Ortenburg, Fachhochschule Deggendorf: "Entwicklung eines 'Low-Cost' kapazitiven Sensors mit integrierter Elektronik" (Professor Dr.-Ing. Nikolaus Müller). Armin Leberfinger, München, Fachhochschule Deggendorf: "3D-Fluidsimulation of Pneumatic Components" (Professor Dr. rer. nat. Stefan Schulte). Michaela Huber, München, Fachhochschule Landshut: "Reparatur von CFK-Sandwich-Rumpfstrukturen" (Professor Dr.-Ing. Karl Friedrich Reiling). Philipp Konradi, Dingolfing, Fachhochschule Landshut: "Analyse, Planung und Design einer Lösung zur flexiblen Abbildung von Geschäftsprozessen" (Professor Dr. Peter Scholz). Karl Meier, Weng, Fachhochschule Landshut: "Aufbau einer Modulmontageproduktion in der Kabelkonfektion an einem neuen Standort in Rumänien" (Professor Dr.-Ing. Fritz Pörnbacher). Hubertus Bessau, Passau, Universität Passau: "Kundenmanagement im Self-Service Sektor: Empirische Analyse des Einflusses der Tarifgestaltung auf den Kundenwert am Beispiel der automatisierten Filmvermietung" (Professor Dr. Martin Spann). Wiebke Bruns, Hannover, Universität Passau: "Eine Drei-Ebenen-Analyse der PISA-Studie 2003" (Professor Dr. Gerhard D. Kleinhenz). Stefan Göttlinger, Cham, Universität Passau: "Entwurf und Implementierung eines Konfigurationswerkzeugs für FlexRay-Kommunikationssysteme" (Professor Dr.-Ing. Werner Grass). Carolin Heidtmann, Passau, Universität Passau: "Modellbasierte Entwicklung unter Nutzung von Codegeneratoren: Einsatzmöglichkeiten im Projekt FS-PM und Vorstellung eines prototypischen Generators" (Professor Dr. Klaus Donner). Sebastian Heß, Frankuft am Main, Universität Passau: "Going Private Transaktionen: Motive und Unternehmenscharakteristika" (Professor Dr. Jochen Wilhelm). Michael Klöcker, Dortmund, Universität Passau: "Strategisches Management im Genossenschaftlichen Finanz-Verbund" (Professor Dr. Jürgen Steiner). Kilian Wimmer, Passau, Universität Passau: "Die Besteuerung des G-REIT" (Professor Dr. Klaus D. Haase). Peter Kallus
Donau-Anzeiger vom 06. Juli 2007
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