Neuen Masterstudiengang kreiert |
![]() Foto: Roland Binder |
Fachhochschulen Deggendorf und Regensburg kooperieren - Autoindustrie profitiert davon
Von Ariane P. Freier Angesichts der Tatsache, dass "90 Prozent der Innovationen in Autos nur noch durch Elektronik und Software realisierbar sein werden", wie Marcus Kiefl, Standortleiter und Prokurist der Firma Hella Micron Engineering GmbH, gestern bei der Präsentation auf der Donau sagte, bedarf es einer umfassenden Ausbildung in Fachgebieten, die die Autoindustrie als "besondere Herausforderung" identifiziert. Hier setzt der neue Studiengang Master of Automotive Electronics an, den die FH Deggendorf im Verbund mit der FH Regensburg und eben der Industrie kreiert hat. Ingenieure mit Berufserfahrung sollen berufsbegleitend weiterqualifiziert werden. Ihr Master-Abschluss nach vier Semestern mit sechs Modulen berechtigt sie grundsätzlich auch zur Promotion. Schon gibt es Anfragen weit über Deutschland hinaus, denn das Marktpotential der praxisorientierten Lehre ist ungeheuer groß. So dürfte sich der Einsatz der Fachhochschulen lohnen, die den Studiengang laut Deggendorfs Studiengangsleiter Prof. Peter Firsching zu 100 Prozent selbst finanzieren. Unbürokratisch und neidlos ins gemeinsame Boot gestiegen sind nicht nur die FH-Präsidenten und ihr Lehrstab, sondern auch Unternehmen wie Audi, BMW, das Fraunhofer-Institut, Hella Micron, Infineon und Siemens, deren Dozenten sich am Projekt stark beteiligen, wie Studiengangsleiter Prof. Georg Scharfenberg (Regensburg) sagt. "Der Studiengang", hebt FH-Präsident Prof. Reinhard Höpfl hervor, "ist für die Automobilregion Ostbayern von großer Bedeutung - und damit wesentliche Bereicherung." Wegweisend wie der Master Automotive Engineering selbst sei die Zusammenarbeit der Hochschulen im Wissenschaftsraum Donau, so Präsident Prof. Josef Eckstein (Regensburg). Zum einen profitierten die Bewerber davon - die Mindestteilnehmerzahl für den neuen Studiengang liegt bei 12 bis 15 Ingenieuren. Zum anderen profitierten die Hochschulen, für die die Kooperation ein Wettbewerbsvorteil sei. Eckstein: "Durch den gemeinsamen Masterstudiengang werden die Entwicklungsmöglichkeiten der Hochschulen in Richtung Bologna-Prozess verdeutlicht." Gemeinsam mit europäischen Nachbarn hatte sich Deutschland 1999 in Bologna das Ziel gesetzt, bis 2010 einen gemeinsamen Hochschulraum zu schaffen.
Deggendorfer Zeitung vom 29.06.06
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