Ausländische Studenten in akuter Wohnungsnot |
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FH sucht nach dem Studentenansturm mehr möblierte Unterkünfte.(Norman Zellmer) Deggendorf. Wohnraum wird immer knapper für Deggendorfer Studenten aus dem Ausland. Deshalb sucht die FH händeringend Vermieter mit möblierten Zimmern, Wohnungen und Häuser. Weil die Hochschule an der Donau in den nächsten Jahren weiter wachsen will, kommen im nächsten Semester fast 800 neue Studenten. Daneben kommen auch rund 100 Studierende von Partner- und anderen Hochschulen aus aller Welt nach Deggendorf. In den vergangenen Jahren waren es lediglich 65 bis 70. Wohnraum wird heuer entsprechend knapp, sagt Präsident Reinhold Höpfl. In der vergangenen Woche hat das Studentenwerk wieder eine Anzeige geschaltet, in der Hausbesitzer und Vermieter aufgerufen werden, freie Zimmer zu melden. Die Wartezeit für Unterkünfte im Studentenwohnheim beträgt inzwischen bis zu einem Jahr. Heuer haben wir über 350 Anfragen bei 34 freigewordenen Zimmern, fasst Sigrid Weber vom Schachinger Wohnheim zusammen. Es gehen bereits Anfragen für das Sommersemester 2007 und das übernächste Wintersemester ein. Das hatten wir noch nie. Ausländische Studierende sind besonders von der Wohnungsnot betroffen: Denn ausländische Studenten haben besondere Bedürfnisse, berichtet Dr. Elise von Randow, Leiterin des Akademischen Auslandsamts der FH. Sie meint damit, dass die Gast-Studenten meist nur ein oder zwei Semester an der FH bleiben. Sie suchen daher möblierte Zimmer. In einigen Familien verdient der Vater umgerechnet 300 Euro im Monat und muss damit eine ganze Familie ernähren, berichtet von Randow über Studenten aus Asien. Trotz Stipendium müssten einige Studenten mit 400 Euro im Monat auskommen. Von Randow appelliert daher, erschwingliche und preiswerte Unterkünfte zur Verfügung zu stellen, um die Wohnungsnot unter den Studenten in den Griff zu bekommen. Die jungen Studenten würden sich über Unterstützung der Bürger freuen. Das zweite Studentenwohnheim mit 192 Appartements wird derzeit gebaut, aber erst im nächsten Jahr fertig. Im Wohnheim Schaching ist das Zimmer-Kontingent für ausländische Studierende bereits ausgeschöpft. Nur zehn kommen dort unter. Es wird ein Wettlauf gegen die Zeit, warnt Höpfl, wenngleich beim Studentenwerk regelmäßig Miet-Angebote von privat eingehen. Bisher hat von Randow für etwa 75 ihrer ausländischen Studenten eine Unterkunft. Die restlichen 25, 30 Zimmer zu bekommen, wird hart, prophezeit von Randow. Wir müssen ganz andere Möglichkeiten auftun, weil es heuer besonders viele Studenten sind. Gleichzeitig lobt die Leiterin des Auslandsamts, aber auch Präsident Höpfl, die Deggendorfer: Wir haben bisher gute Erfahrungen gemacht. Die FH ist so dankbar. Einige Hausbesitzer vermieteten, nachdem die Kinder aus dem Haus sind, Zimmer. Schon seit Jahren. Einer vermietet sogar sein Haus preiswert an chinesische Studenten, lobt von Randow. Auch das Wohnheim in Schaching ist hilfsbereit. Weber stattet die Zimmer für die ausländischen Studenten mit Bettzeug, Geschirr, Besteck und Töpfen aus. Deutsche Studenten sind von
der Wohnungsnot, so Höpfl, nicht in dem Maße betroffen: Sie
kennen sich aus, sind mitunter mobil, so dass sie in Metten und Plattling
unterkommen, oder - weil sie aus der näheren Umgebung kommen - abends
nach Hause fahren.
Deggendorfer Zeitung, vom 27. Juli 2006
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