Goppel: Die besten FH sollen auch erweitert werden |
![]() Foto: Roland Binder |
Keine Zusage, aber Zustimmung zum Erweiterungsbau - In Deggendorf mit Nischen-Forschung an die Spitze
Von Ariane P. Freier Dass das Ringen um eine Erweiterung der FH mehr als gerechtfertigt ist, wurde dem Minister bei einem gemeinsamen Rundgang mit Präsident Prof. Dr. Reinhard Höpfl, dessen Stellvertretern Prof. Dr. Thomas Bartscher und Prof. Hans Joachim Helml, Anna Eder, Alt-OB Dieter Görlitz und Ben Green, dem australischen Geschäftsführer der EOS Optronics GmbH, u.a. Gästen ein weiteres Mal verdeutlicht. EOS ist das jüngste Beispiel für Firmen, die neben Universitäten und Gymnasien eng mit der FH kooperieren - und damit Geld und Arbeitsplätze in die Region bringen, die andererseits wachsen wollen und dafür kluge Köpfe und ausreichend Platz brauchen. "Wir haben derzeit 2700 Studierende", erläuterte Höpfl den Gästen, "wir könnten aber locker 4000 bis 5000 haben." Denn dank ihrer drei Standbeine - innovative Lehre, Nischen-orientierte Forschungs-Kompetenz und -Entwicklung sowie berufsbegleitende Weiterbildung - gehört die FH Deggendorf zu den besten Hochschulen Deutschlands überhaupt. Das weiß auch Ben Green von der EOS Optronics GmbH zu schätzen. In einem der hoch modern ausgestatteten Labore für Optoelektronik werden beispielsweise in Zusammenarbeit mit den Australiern Speziallinsen für Präzisionsgeräte vermessen und geschliffen, die dann tatsächlich in Medizin oder Astronomie einsetzbar sind. Eine absolute Nische. "In diesem Fall fassen wir elektrotechnische und optische Kompetenz zusammen", sagt Dekan Prof. Dr. Johann Plankl vom Fachbereich Elektrotechnik und Medientechnik. Aber auch in weiteren fünf Bereichen wie Wasserwirtschaft oder Wirtschaftsinformatik arbeite die FH federführend "an der Schnittstelle zwischen Grundlagenforschung und Anwendung." Das ziehe Firmen aus der ganzen Welt an, u.a. Zeiss oder Linus, wie Vizepräsident Prof. Dr. Peter Sperber ergänzte. Künftig wollen die Deggendorfer einen Schritt weiter gehen und nach dem praxisorientierten Studiengang Master of Electric Engineering diesen Master auch forschungsorientiert akkreditieren lassen. Denn der Charakter der Fachhochschulen, so verdeutlichten die Professoren, habe sich in den vergangenen zehn Jahren entscheidend gewandelt. Thomas Goppel ist beeindruckt: "Egal, ob es um die Umsetzung der neuen Hochschulgesetze mit mehr Selbstständigkeit und Eigenverantwortung geht oder um veränderte Hochschulstrukturen und die Einführung der Bachelor-/Masterstudiengänge im Wintersemester 2007/2008", so der Minister, "die FH Deggendorf ist immer vorn dran. Exzellente Strukturen, Dynamik und Intensität von Forschung und Lehre bewähren sich an den Köpfen, die hier entlassen werden." Dennoch: Geist braucht Platz. Das benachbarte Gelände des Bauhofs wäre für einen Erweiterungsbau der FH prädestiniert. Die Rückendeckung der Stadt hat die Hochschule, zumal sich zirka 80 Prozent der gefragten Elektrotechnik-Ingenieure nach dem Studium in einem Umkreis von 100 Kilometern niederlassen. Damit fehlt fürs FH-Wachstum nur noch das Ja vom Finanzminister.
Deggendorfer Zeitung vom 20.06.06
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