FH-Erweiterung: Millionenangebot durch australische Weltraumfirma |
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Deggendorf (lam). Die australische Weltraumfirma EOS (Electro Optic Systems), die seit einigen Monaten in Deggendorf ihre Deutschland-Zentrale hat, hat laut Präsident Prof. Dr. Reinhard Höpfl der FH eine engere Zusammenarbeit angeboten. Für drei Millionen Euro würde sie ein eigenes Gebäude errichten, für weitere zehn Millionen Euro neue Institute der FH vorfinanzieren. Bei der gestrigen Sitzung des FH-Kuratoriums stellte Höpfl dessen Vorsitzendem Staatsminister Erwin Huber das Angebot vor. Die Fachhochschule platzt aus allen Nähten. 3000 Studenten sind im Herbst dort eingeschrieben, mittelfristig rechnet Präsident Höpfl mit 4000 bis 5000 Studenten. Für die dringend nötige Erweiterung brachten Präsident Höpfl und sein Vize Dr. Peter Sperber jetzt ein neues Finanzierungsmodell in Zusammenarbeit mit der australischen Firma EOS ins Spiel. Auf Grund guter Kontakte zu Höpfl und der FH haben die Australier vor einigen Monaten im ITC ihre Deutschland-Zentrale eröffnet. Die Firma ist weltweit beim Teleskop-Bau aktiv und neben dem US-Militär führend im Aufspüren von Weltraumschrott. Prof. Höpfl kennt die australischen Forscher noch von seiner Zeit als Physiker in Wettzell. Das Argument der EOS: In einer vereinten Anstrengung soll Deggendorf zum Kompetenzzentrum für Optical Engineering werden. Die FH arbeitet in diesem Bereich schon jetzt mit Forschungsinstituten etwa in Singapur, Prag oder Minsk zusammen, aber auch die Wirtschaftskontakte lesen sich wie ein Who is who - mit Schott, Rodenstock oder Leica. Wir wollen uns Nischen suchen und dort konzentriert reingehen, und zwar auf Weltniveau, so Sperber vor dem Kuratorium, in dem die Spitzen der ostbayerischen Wirtschaft und Politik vertreten sind. Vorteil des Angebots aus der Privatwirtschaft: Schon nächstes Jahr könnten die Erweiterungspläne auf den Tisch, warb OB Anna Eder, einige Fachbereiche könnten sich so früher als erhofft ausweiten. Vorsichtig die Reaktion von Minister Huber - schließlich bekomme der Staat täglich Angebote auf den Tisch, die dann zu großen Folgekosten führen. Die Idee an sich sei gut, müsse jetzt aber mit einem Businessplan auf Herz und Nieren geprüft werden. Das angepeilte Kompetenzzentrum passt laut Huber auch gut in die derzeit angestrebten Technologie-Cluster. Die Deggendorfer FH sei durch die einzelnen Fachbereiche hier bayernweit gut dabei, betonte Höpfl. In seinem Jahresbericht hatte der Präsident zuvor die Ziele der Deggendorfer FH vorgestellt, die in den nächsten Tagen mit dem Wissenschaftsministerium besiegelt werden sollen. Die FH will die Absolventenzahlen steigern und die Abbrecherquote senken, die Umstellung auf Bachelor- und Masterstudiengänge vorantreiben, sich eine Kosten- und Leistungsrechnung vornehmen, sich in der Forschung profilieren und noch mehr auf internationale Zusammenarbeit setzen. Ein Sonderlob für die gute Zusammenarbeit zwischen Hochschule und Studenten gabs nach den Berichten von Kanzler Peter Endres und Franz-Josef Feilmeier als Sprecher des studentischen Konvents. Im Einvernehmen mit den Studenten war ein Semesterbeitrag von 370 Euro festgelegt worden. Rund 500 000 Euro fließen dadurch in die Kassen der Fachhochschule, auch über die Verteilung der Mittel wird gemeinsam mit den Studenten entschieden.
Deggendorfer Zeitung vom 18. Juli 2006
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