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Hochschulpresse: Presseartikel 2006

Warum der kleine Elefant blau ist


Kinderuni mit "Professor" Armin Maiwald

 

Armin Maiwald von der „Sendung mit der Maus“ beantwortete in der FH viele Kinderfragen

Deggendorf (kw/bb). Warum ist die Maus orange? Und der Elefant blau? Was machen die Viecher da überhaupt? Und warum nur hören die Zahlen beim Zählen nie auf? Rund 200 vor allem kleine Besucher der Kinder-Vorlesung in der FH haben Armin Maiwald gestern Löcher in den Bauch gefragt. Vom Erfinder der „Sendung mit der Maus“ wollten sie wissen, warum es Computer gibt, wie lange ein Filmdreh dauert, warum Maiwalds Partner Christoph immer einen grünen Pulli trägt und „wo heit da Christoph is?!“

Nach einer Weile und vielen mutigen Kinderfragen traute sich sogar der eine oder andere Erwachsene, seine Wissbegierde an den berühmten Mann zu bringen. Schmunzelnd, geduldig und mit viel Humor beantwortete Maiwald alles und erzählte damit ganz nebenbei seine Lebensgeschichte und den Werdegang der Sendung, die er seit 40 Jahren gestaltet und heute mit Christoph Biemann und Ralph Caspars präsentiert.

Von seinem Studium erzählte er, während dessen er viel arbeiten musste, um seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Und wie er begonnen hat, für Fernseh-Produktionen zu arbeiten. „1966, da war Fernsehen für Kinder noch verboten“, erzählte er. Viele hätten sich an das Verbot nicht gehalten, also schuf man eine kindgerechte Sendung - „Lach- und Sachgeschichten für Fernsehanfänger“. Alle paar Wochen liefen die Sendungen. 1971 kam die - noch nicht bewegte - Maus dazu. Die sollte bewusst nicht realistisch sein. Drum ist sie orange und weder männlich noch weiblich, hat dafür aber einen Bauch, den sie aufklappen und einen Schwanz, den sie als Springseil verwenden kann. Man redete „von dieser Sendung mit der Maus“, und diesen einfachen Namen behielt sie bis heute. Mittlerweile läuft sie jeden Sonntag und hat sich für Maiwald „zu einem Teil meines Lebens entwickelt, zu einem Full-Time-Job.“ Mit der Maus könne er sich gut identifizieren - „ich finde sie in ihrer Einfachheit genial“.

Im Laufe der Jahre kam der kleine Elefant dazu - in Blau, der gegensätzlichen Farbe zu Orange. Noch später entstand die freche gelbe Ente, deren Auftauchen immer Chaos bedeutet. Einen Spot mit den Tieren zu zeichnen, dauert etwa drei Wochen, erklärte der Moderator. Dann muss er noch vertont werden. Die Spots sind zum einen für die jüngeren Zuschauer gedacht, zum anderen auch für die größeren Kinder als „Erholungspause“ zwischen den Sachgeschichten.

Diese zu drehen, könne manchmal ganz schnell gehen - je nach Thema. Oft muss aber auch mehrere Tage oder sogar Wochen, manchmal Monate, gedreht werden. Damit ein Moderator nicht in einem Film verschiedene Sachen anhat, hat Christoph der Einfachheit halber nun etwa 20 grüne Pullis und Armin 50 blaue Hemden. So müssen sie sich keine Gedanken mehr darüber machen.
Meist habe er Spaß daran, vor der Kamera zu stehen, beantwortete der Moderator eine weitere Frage. Aber einmal, da musste das Team auf einem Flugplatz an der Ostsee drei Tage lang auf „Anschlusswetter“ warten - damit im Film das Wetter immer gleich ist, so wie die Pullis. So etwas sei langweilig und unschön. Auch habe man in seinem Beruf sehr wenig Freizeit: „Wir drehen an jedem Wochentag und zu jeder Tageszeit. Wer regelmäßig um 18 Uhr heimkommen will, ist bei uns falsch.“

Die Besucher, darunter auch MdL Bernd Sibler mit Sohn Christoph, waren sichtlich begeistert und hätten stundenlang weiter fragen und zuhören können. So oft bekommt man schließlich Armin Maiwald „mit Beinen und ohne Kiste rundum“ nicht zu sehen. FH-Präsident Prof. Dr. Reinhard Höpfl, der die Veranstaltung moderierte, musste schließlich auf ein Ende drängen. Denn der Gast musste gleich weiter: Im Anschluss besuchte er das Studio vom studentischen Internet-Fernsehen doschauher.tv, wo er sich den Fragen der Moderatoren stellte. Zustande gekommen war sein Besuch durch den Kontakt mit Medientechnik-Professor Ernst Jürgens: Denn der hat seinerzeit in Köln mit dem Erfinder der Maus zusammengearbeitet.

Die Moderatoren von doschauher.tv, Tommy Bundschuh und Jule Sonntag, fragten Maiwald ebenfalls ein Loch in den Bauch. Der Fernseh-Mann beantwortete ausführlich alle Fragen der Studenten, erzählte von seinen Anfängen beim WDR und von der Kritik, mit der er sich und sein Team auseinander setzen mussten.

Der erste Film, den Maiwald als Selbständiger gemeinsam mit seinem Partner drehte, war ein Streifen über den Katholikentag, ein Auftrag der Kolpingfamilie. „Wie die auf uns gekommen sind, ist mir heute noch schleierhaft“, so Maiwald beim Studentensender.

 

Deggendorfer Zeitung vom 09.06.06

 

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