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Hochschulpresse: Presseartikel 2006

Höpfl: „Sie gehören zu unseren Leistungseliten“

Vier stolze Leistungsträger - v.l: Bernhard Goldbrunner, Phillipp Wiegel, Larissa Petter und Julia Danzer

Vier junge Absolventen und Abiturienten erhalten für ihre Abschlussarbeiten im Alten Rathaus den Oberbürgermeister-Dieter-Görlitz-Preis

Von Norman Zellmer
Deggendorf. „Sie gehören zu den Besten, zur Leistungselite“, urteilte FH-Präsident Reinhard Höpfl bei der Laudatio zum Oberbürgermeister-Dieter-Görlitz-Preis. Zum neunten Mal ist er gestern an vier junge Frauen und Männer vergeben worden. Mit ihren Fach- und Diplomarbeiten haben sie hervorragende Leistungen erzielt und sich als kreative und innovative Menschen erwiesen.
Julia Danzer, Dipl.-Ing. des Bauingenieurwesens, hat sich in ihrer Diplomarbeit mit der Isarbrücke Teisbach befasst, die in den Autobahnzubringer des BMW-Werkes eingebunden werden könnte. Danzer analysierte und erfasste den baulichen Zustand der Brücke und leitete aus Berechnungen eine zulässige Belastbarkeit, die Lebensdauer sowie den Sanierungsaufwand ab. Danzer bedankte sich in ihrer Rede im Historischen Rathaussaal insbesondere bei ihrer Hochschule - der FH Deggendorf -, die erst die Rahmenbedingungen für ihre ausgezeichneten Leistungen und ihre Abschluss-Note 1,2 geschaffen hat.Die Vorsitzende des Vereins der Deggendorfer Bauingenieure lobte die praxisnahe Ausbildung und die familiären Verhältnisse der FH.

Preisträger Dipl.-Ing. Bernhard Goldbrunner stellte seine Diplomarbeit aus dem Fachbereich Maschinenbau vor. Er hatte bei BMW eine Simulation eines Aufladesystems für einen Sechs-Zylinder-Wasserstoffmotor entwickelt. Goldbrunner, der wie Julia Danzer für seine Diplomarbeit die Note 1,0 erhielt, entführte seine Zuhörer in die Welt von Turbolader und Wasserstoffmoleküle, die seit der Erfindung im 17. Jahrhundert vor allem in den letzten Jahren in der Motorenentwicklung stark an Bedeutung gewonnen hat. BMW baue seit 12 Jahren Wasserstoff-Motoren. Sein Antriebsaggregat, das um einiges kleiner ist und einen geringeren Verbrauch hat, könnte sogar im neuen Modellzyklus bereits angeboten werden, allerdings sei die Wasserstoff-Versorgung in Deutschland noch nicht so weit.
Der Entwicklung eines Pilotprogramms für den BMW-Teilevertrieb hat sich Diplom-Wirtschaftsinformatiker Philipp Wiegel in seiner Diplomarbeit gewidmet. Er programmierte die Software, um damit den Automobil- und Ersatzteil-Vertrieb effizienter zu steuern.
Für ihre Biologie-Facharbeit wurde Abiturientin Leuta Larissa Petter vom Robert-Koch-Gymnasium mit dem Görlitz-Preis ausgezeichnet. Sie untersuchte die Bakterienkonzentration auf Spüllappen und die Möglichkeiten der Desinfektion mittels Kochen und Mikrowelle. Höpfl, der allen gratulierte, sah die Facharbeit, die mit 14 Punkten bewertet wurde, als sehr guten Einstieg in ein Medizinstudium.

„Es ist schon eine kleine Tradition geworden“, resümierte Höpfl über den Preis. Und zog im neunten Jahr der Verleihung zugleich Bilanz: Der Preis motiviere junge Leute in der Stadt und im Landkreis während der Ausbildung zu exzellenten Leitungen. „Die Oberbürgermeister-Dieter-Görlitz-Stiftung ist nicht mehr wegzudenken.“ Zugleich zeigte sich der FH-Präsident optimistisch, dass die vier Preisträger auch für die Zukunft viel erwarten lassen. „Sie gehören zu unseren Leistungseliten.“

Die wiedergewählte Oberbürgermeisterin grüßte die Ehrengäste der Preisverleihung: Landrat Christian Bernreiter, den CSU-Fraktionsvorsitzenden Gerard Zacher, FW-Fraktionsvorsitzenden Karl-Adolf Pfestorf, Professoren der FH, sowie die Vertreter der Schulen und Behörden. Für die musikalische Umrahmung der Veranstaltung sorgte der Gospelchor der Fachhochschule unter Leitung von Pfarrerin Gisela Bruckmann, die zugleich ihren Abschied nahm.

„Wer auf dem Arbeitsmarkt Fuß fassen will, braucht beste Bildung und Ausbildung“, sagte OB Eder. Heute verlangten Unternehmen Spezialwissen oder gingen in Billiglohnländer. Die besten Bildungseinrichtungen wären erfolglos ohne das Engagement der Schüler und Studenten. Mit dem Preis der Stiftung sollen neue Ideen gefördert und so die Abwanderung kreativer junger Menschen in andere Regionen verhindert werden. „Mit Ihrer Stiftung haben Sie ein Zeichen gesetzt,“ lobte Anna Eder ihren Vorgänger Alt-OB Dieter Görlitz. Den jungen Preisträgern gab Eder auf den Weg, den Preis nicht als Dank für ein Lebenswerk, sondern als Ansporn zu nehmen. „Der Preis ist in guten Händen, wenn Sie die Ideen und Ziele weiterhin mit Engagement und Leistungsbereitschaft verfolgen.“ Dem schloss sich Reinhard Höpfl an: „Heben Sie nicht ab.“ Hochmut sei die erste Leitersprosse nach unten. „Erfolg hat nur der, der etwas tut, während er auf den Erfolg wartet“, zitierte der Höpfl den großen Erfinder Thomas Edison.

 

Deggendorfer Zeitung vom 07. Juli 2006

 

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