CSU-Fraktionschef beeindruckt von der FH |
FH-Präsident Höpfl führte Dr. Joachim Herrmann Notwendigkeit einer Erweiterung vor AugenDeggendorf. (tj) Auf Einladung des Landesverbandes des Rings Christlich Demokratischer Studenten (RCDS) und der Deggendorfer JU besichtigte Landtagsabgeordneter Dr. Joachim Herrmann am Montagabend die FH (wir berichteten bereits kurz). In einer Brandrede forderte er trotz konjunktureller Schwächen den Ausbau der Bildungseinrichtungen als Zukunftsmotor für Bayern und ganz Deutschland. Die PISA-Studie habe die Stimmigkeit des Bayerischen Bildungskurses bestätigt. Besonders der Hochschulbereich, so Dr. Herrmann, müsse deutlich ausgebaut werden und dafür Geld und Kapazitäten zur Verfügung gestellt werden. Dass er ein wenig zu spät kam, nahm MdL Dr. Joachim Herrmann niemand übel. Oberbürgermeisterin Anna Eder, Altoberbürgermeister Dieter Görlitz, JU-Vorsitzender Christian Moser, RCDS-Landesvorsitzender Kurt Höller, der Präsident der FH, Professor Dr. Reinhard Höpfl, die Kanzler Peter Endres und Klaus Loibl sowie eine Reihe von FH-Professoren und eine Studentendelegation begrüßten den Fraktionsvorsitzenden der CSU im Bayerischen Landtag. Mit einem Rundgang durch verschiedene Labore präsentierten Professor Höpfl und die verantwortlichen Laborleiter eine leistungsfähige FH. In seiner anschließenden Begrüßungsrede nannte Professor Höpfl die finanziellen Mittel, die in die Fachhochschule bisher aufgewendet worden seien. Neben 75 Millionen Euro in Hochschulbau und Erstausstattung seien fünf Millionen Euro in ein erstes Studentenwohnheim investiert worden. Bis zur Kapazität von 1000 Studenten seien die meisten davon nach Hause gependelt, aber seit die Zahl von 2000 bei weitem überschritten sei und darunter einige hundert ausländische Studenten anzutreffen seien, sei eine Unterbringung in Deggendorf notwendig geworden. Professor Höpfl begrüßte auch eine Delegation der Kent Business School of the University of Canterbury, einer der Partnerhochschulen der FHD. Als kleines Willkommensgeschenk und Souvenir überreichte Professor Höpfl dem Gast eine kleine Büste des "frechen" Albert Einstein mit gebleckter Zunge sowie eine Anstecknadel der FH. Das anschließende "Kamingespräch" wurde ob sommerlicher Schwüle dann auf die Terrasse vor der Hochschulcafeteria verlagert. Dr. Herrmann begrüßte die Anwesenheit einiger Studenten, die damit ihren legitimen Willen zur Mitbestimmung demonstrierten. Unser aller Zukunftschancen und somit die gesamte Volkswirtschaft hinge von der Bildungs- und Hochschulpolitik des Landes wie des Bundes ab. Die PISA-Studie hätte allerdings bundesweit schlechtere Ergebnisse gezeigt als beispielsweise die entsprechenden Zahlen in Tschechien. Der bayerische Weg sei vergleichsweise eine Bestätigung für ein erfolgreiches Weiterkommen gewesen. Ein High-Tech-Land Deutschland brauche top-ausgebildete junge Leute. Nach einem erfreulichen Kurswechsel der ehemaligen Ostblockstaaten Ungarn, Tschechien und Polen habe auch in Asien eine bildungspolitische und technologische Aufholjagd begonnen. Und bei diesem Wettbewerb müsse Deutschland am Ball bleiben. Einen wesentlichen Anteil müsste dabei ein steigender Anteil der Fachhochschulen spielen. Ausdrücklich lobte Dr. Herrmann dabei die positive Rolle, die die FHD spiele. Eine gute Verkehrsanbindung sowie den deutlichen Ausbau im Bildungsbereich Deggendorfs lobte die Oberbürgermeisterin Anna Eder, beides immerhin durch ihren Vorgänger Dieter Görlitz auf den guten Weg gebracht. Neue Arbeitsplätze Besonders die FH habe die gesamte Infrastruktur von Stadt und Kreis Deggendorf deutlich positiv verändert. Sie habe unmittelbar wie mittelbar viele Arbeitsplätze neu geschaffen, und sie habe auch durch die vielen Studenten zu einer Belebung der Innenstadt geführt. Die Donau, vor der sich Deggendorf einstmals abwandte, fließt durch die Eingemeindungen mittlerweile mittendurch. Diese Lebensader würde auch bei der Bewerbung Deggendorfs um die Landesgartenschau 2014 eine deutliche Rolle spielen. Und ein Modell der FH zeige, wie sich ihr Ausbau in Richtung des Donaudammes hin bewege. Das Land Bayern habe mit dem Standort Deggendorf als Hochschulstadt eine ausgezeichnete Wahl getroffen, so zeigte sich Eder überzeugt, und sie hoffte, dass der Freistaat Stadt wie Hochschule auch weiterhin positiv beachte. In der anschließenden Diskussion zwischen Dr. Herrmann, Professor Höpfl und den anwesenden Studentenvertretern wurde auch auf dieser Ebene eine deutlich konstruktive Zusammenarbeit deutlich. So habe man sich bei der gemeinsamen Diskussion um die kommenden Studiengebühren einvernehmlich auf einen weit unter der Höchstmarke von 500 Euro liegenden Satz von 370 Euro geeinigt. Herrmann betonte die Intention des Landtags auf eine paritätische Mitbestimmung der Studenten, die in Deggendorf vorbildlich funktioniere. Auch der JU-Vorsitzende Christian Moser meinte mit Blick auf den RCDS-Vorsitzenden Kurt Höller, dass es ein wichtiges Anliegen des RCDS sei, zwischen Studenten, FH-Präsidium und Professoren einen guten Wissensaustausch zu fördern.
Donau Anzeiger vom 28.06.06
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