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Hochschulpresse: Presseartikel 2006

Bezaubernde Mozart-Klänge auf dem Campus

Über 500 Besucher kamen auf den Campus der FH Deggendorf

Die Sopranistin Simona Houda-Saturová erfreute Auge, Ohr und Herz der Zuhörer

Brünner Philharmoniker und Sopranistin Simona Houda-Saturová brillierten - 500 Zuhörer

(tj) Im Rahmen der Europäischen Wochen, die in diesem Jahr den 250. Geburtstag Wolfgang Amadeus Mozarts feiern, gastierten die Brünner Philharmoniker am vergangenen Freitag an der FH Deggendorf. Das Orchester feierte seiterseits gemeinsam mit über 500 Besuchern seinen 50. Geburtstag. Es präsentierte einen repräsentativen und bestürzend schönen Querschnitt aus dem Gesamtwerk des großen Komponisten, und es wurde zeitweise von der hervorragenden Sopranistin Simona Houda-Šaturová vokal begleitet.

Die Nerven der Planer lagen für mehrere Tage blank. Die hochsommerlichen Temperaturen der vorhergehenden Tage sollten sich am Freitag Abend, dem Abend des FH-Konzerts, möglicherweise zu einem Gewittersturm aufschaukeln. Sollte das allererste Open-Air-Konzert in der Geschichte der Hochschule Deggendorf in die nichtsdestotrotz ehrwürdige wie adäquate Pfarrkirche St.Martin übersiedeln müssen?

Mehrere Wetterfrösche meldeten unisono in den beiden Tagen zuvor, dass Deggendorf am Freitag noch von Gewittern verschont bleibt, und eine allerletzte Anfrage beim Deutschen Wetterdienst erbrachte die Antwort einer Gewitterwahrscheinlichkeit von 30%. Letzte Zweifel wurden beiseite geschoben, und die Aufbauarbeiten auf dem Hochschulcampus verliefen nach Plan. Gar musste während des Konzerts und zwischenzeitlich über der Orchesterbühne eine provisorische Zeltplane errichtet werden, um Musiker und Instrumente vor der größten Hitze zu verschonen.

Weit über 500 Besucher sammelten sich im weiten Halbkreis um die Musiker, als das Brünner Orchester in kleiner Besetzung die ersten Akkorde der Sechs Deutschen Tänze KV 509 erklingen ließ. „Wolferl“ Mozart hätte sicher seine Freude an der Interpretation seiner Kompositionen gehabt. Energisch und temperamentvoll gestenreich forderte der Dirigent Petr Altrichter seine Musiker zu weiten Dynamiken auf. Die Piani der einzelnen Instrumente, zumal der Soloinstrumente, waren als akzentuierte Piani zu hören. Und die Fortepassagen des gesamten Orchesters erschienen durch die hoch liegende Zimmerdecke unseres Erdenhimmels klar und erhaben. Das Orchester spielte unter der Leitung ihres Dirigenten präzise ohne verkopft zu wirken, und die musikalische Stimmung schwang, ohne in der Partitur den Faden zu verlieren. In großer Besetzung dann folgte die „Prager“ Synphonie Nr. 38 D-Dur, ein drei-sätziger alter Symphonietypus, der in Prag uraufgeführt wurde.

Zum späteren Zeitpunkt, gerade war die Sonne des Sommerabends untergegangen, da leuchtete schier eine unplanmäßig neue Sonne auf. Die Sängerin Simona Houda-Šaturová erhob ihre Stimme zu einer Konzertarie für Sopran und Orchester KV 528. Klar und mit einem unverwechselbaren Timbre füllte ihre Stimme den Innenhof der FH, sehr verhalten und behutsam von den Brünnern begleitet. Später, als Zugabe, sollte sie noch einmal mit einer Motette brillieren.

Das Publikum erschien deutlich fasziniert von den Klängen auf der Bühne; mucksmäuschenstill und sehr aufmerksam verfolgte es die Ausschnitte aus Symphonien, Opern-Ouvertüren, Ballettmusiken und Arien.

Der Intendant der Europäischen Wochen, Dr. Pankraz Freiherr von Freyberg, dankte zuallererst dem lieben Gott, dass er trotz aller Bedenken über Deggendorf das schöne Wetter erhalten hat. Vielleicht aber, so schmunzelte er, habe der anwesende Stadtpfarrer Wolfgang Riedl, zusätzlich ein gutes Wort in sein Gebet eingelegt. Der Gruß des Intendanten galt dann dem Hausherrn und Präsidenten der FH, Professor Dr. Reinhard Höpfl, dem er einen immens großen Fleiß attestierte. Dieser Fleiß ende nicht bei der Organisation, sondern gehe dort weiter, wo es gelte, selbst Hand anzulegen. Der Oberbürgermeisterin Anna Eder dankte er für ihre unermüdliche Hilfsbereitschaft in die Europäischen Wochen, die sie gemeinsam mit der Sparkasse Deggendorf in jedem Jahr erneut zeige. Diese Hilfe stünde in einer guten Tradition ihres Vorgängers Dieter Görlitz. Die Verbundenheit mit den Europäischen Wochen hätten heuer auch so viele Sponsoren gezeigt, wie vorher nie. Für Deggendorf seien dies die Firma Dichtungstechnik Wallstabe & Schneider, die FH selbst, Kermi, Dr. Kittl & Partner, die Deggendorfer Werft MAN DWE, die Unternehmensgruppe Karl, ZITEC Industrietechnik, die Stadt Deggendorf, die Sparkasse Deggendorf und der Deutsch-Tschechische Zukunftsfonds. Die große Resonanz auch von den über 500 Besuchern mache eine Neuauflage im nächsten Jahr sehr wahrscheinlich.

 

Donau Anzeiger vom 23. Juli 2006

 

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