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Hochschulpresse: Presseartikel 2006

Akademischer Tag der FH schon Institution

Der DAAD-Preis ging heuer an den Chinesen Liang Chen (Bild oben m.) Viele Politiker, Behörden- und Kirchenvertreter, sowie Künstler nahmen am dies academicus teil. Der Hochschulpreis der Stadt Deggendorf ist mit 5000 € dotiert.
(Fotos von oben: AKM)


"Wirtschaftsweiser" Professor Dr. Wolfgang Wiegard bewertete Arbeit der Regierung

Deggendorf. (tj) Die Fachhochschule Deggendorf machte heuer das Dutzend voll. Bereits zwölf Male beging sie in der Stadthalle den dies academicus, bei dem die Absolventen 2006 der Hochschule verabschiedet und bei dem mehrere Preise für hervorragende Abschlussarbeiten verliehen wurden. In seinem Grußwort verwies der Präsident der FH Professor Dr. Reinhard Höpfl auf einen wichtigen Grund des dies academicus, der auch ein Forum für Gespräche zwischen Mitgliedern aus Hochschule wie der Wirtschaft sein möchte. Damit begrüßte er auch den Wirtschaftsweisen Professor Dr. Wolfgang Wiegard, der über die derzeitigen Ergebnisse der Großen Koalition sprach, die guten wie die verfehlten.

Im Schnelldurchlauf zeigte ein Videoclip die Highlights eines Hochschuljahres. Zu sehen waren Eindrücke über den letzten dies academicus, die Präsidentenwahl, verschiedener Foren, den Girls Day, die Aufstellung des Maibaums an der Mensa, die Passauer Europäischen Wochen und als letzten Punkt die Ausstellungseröffnung zu „eigenlob“. Die Medientechniker um Gabriele Aigner hatten sich ganz offensichtlich viel Mühe gegeben, um die Konzentration der Besucher der Stadthalle auf wesentliche Punkte zu lenken. Und gekommen waren viele Abgeordneten aus Politik, Wirtschaft, Behörden, Schulen, der Kunst wie der Kirchen. Auch Professor Dr. Reinhard Höpfl betonte sein Grußwort per computeranimierte Lichtbilder. Immerhin ist ein solcher dies academicus auch dazu angetan, über die vergangenen Erfolge nachzudenken. Und derer gab es eine ganze Menge, wie besonders die Preisträger bewiesen. Die faktischen Erfolge, so Professor Höpfl, seien auch ein Signal für die verschiedenen Drittmittelgeber und Mäzene aus dem Bund, dem Freistaat wie der Privatwirtschaft, dass das eingesetzte Geld gut investiert ist.

Einige Hoffnungen seien in manchen Teilen erfüllt worden, so der Wirtschaftsweise und Professor Dr. Wolfgang Wiegard, der Direktor des Instituts für Volkswirtschaftslehre einschließlich Ökonometrie an der Universität Regensburg und Mitglied im Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung. Das Jahresgutachten 2006 knüpfe an dasselbe des Vorjahres an. Die Bundesregierung hätte mit ihren satten Mehrheiten in Bundestag wie Bundesrat mehrere Chancen bzw. hätte diese gehabt, um grundlegende Reformen in verschiedenen Institutionen durchzuführen. Einige Reformen seien bereits durchgeführt, manche noch nicht, und bei wieder anderen seien die Weichen falsch gestellt worden. Das Wirtschaftsklima sei dabei derzeit so günstig wie schon seit 2000 nicht mehr. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) liege bei 2,4% und sollte im nächsten Jahr bei 1,8% liegen. Für die EU sei Deutschland das wichtigste Land, indes habe das deutsche BIP das der EU deutlich nach unten gedrückt. Deutschland müsse sich den europäischen Gegenbenheiten wieder angleichen, forderte Professor Wiegard. Zwar hätte Asien und mit ihm China derzeit noch niedrigere Niveaus, aber deren BIP lägen durchschnittlich bei 8,5 bzw. 9,6%. Dabei seien die derzeitigen Vorgaben nicht wirklich schlecht, und seit der Agenda 2010 der letzten Rot-Grünen Regierung sei die Erwerbstätigenzahl deutlich am Steigen. Die Hoffnung sei greifbar, dass die Zahl der Arbeitslosen 2007 unter 10% liege. Den Gesundheitsfonds in der Gesundheitsreform 2007 hielt Professor Wiegard allerdings als Fehlkonstruktion, da sie ein Kompromiss aus sich widerstreitenden Modellen der beiden großen Parteien sei, der ausschließlich negative Komponenten vereinige. Er gebrauchte die Metapher von der Mischung aus zwei Spitzenrot- und Weißweinsorten. Das Gemisch sei nicht ein Spitzenrosé sondern schlicht untrinkbar. Auch müsste die Reform von 2008 auf 2009 oder gar auf 2010 verschoben werden. Weitere Themen bildeten die Rentenreform und die Föderalismusreform, für die Professor Wiegard Worte des Lobs fand, sowie Konzepte zur Reform der Unternehmerbesteuerung. Es gebe drei Konzepte, darunter eines des Sachverständigenrats, von denen die Bundesregierung keines übernommen habe.

Die ungebrochen gute Zusammenarbeit war der Inhalt des Grußworts, das die Oberbürgermeisterin Anna Eder zur Verleihung des Deggendorfer Hochschulpreises derStadt Deggendorf 2006 sprach. Die Glasskulptur, die mit einem Geldpreis in Höhe von 5000 Euro verknüpft ist, ging heuer an die Forschungsgruppe „Wasser und Umwelt“ um Professor Dipl.-Ing. Rudolf Metzka. Weitere Auszeichnungen waren der Preis MAN DWE für Maschinenbau und Mechatronik, der Manfred-Zollner-Preis für Elektro- undMedientechnik, der Preis der Horst-Minihold-Stiftung für Bauingenieurwesen, der Preis von K + B für Betriebswirtschaft und Wirtschaftsinformatik, der Preis des Rotary Clubs Bayerwald-Zwiesel und der Preis des Deutschen Akademischen Austauschdienstes.

Eingentlich als Gliederung bzw. als Auflockerung gedacht, war der Auftritt von JazzDelight ein eigenes Highlight. Shary Osman und Dr. Thomas Weidenbeck präsentierten ihre Interpretation verschiedener Musiker von Cole Porter bis Randy Crawford.

Der Akademische Tag klang mit einem Stehempfang im Foyer der Stadthalle aus, den die Mooser Brauerei Arco zur Verfügung stellte.
Text und Bildmaterial stammen von Mitgliedern des Arbeitskreis Medien, einer Institution, die durch begleitende Praktika der verschiedenen Funk-, Fernseh- und Printmedien für Studenten der Medientechnik auf ihre kommende Arbeit verweist.

 

Donau Anzeiger vom 20. November 2006

 

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