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Hochschulpresse: Presseartikel 2006

Wird die Fachhochschule bald erweitert? Positive Signale von Staatsminister Goppel


Gestern intensiver Meinungsaustausch ­ Beeindruckt von Studenten-Boom und Dynamik

Von Peter Kallus
Deggendorf. Wird die Fachhochschule Deggendorf in absehbarer Zeit erweitert? Eine konkrete Zusage brachte Bayerns Wissenschaftsminister Dr. Thomas Goppel gestern zwar nicht mit, dennoch konnten Oberbürgermeisterin Anna Eder und Co. zwischen den Zeilen "heraushören": Es scheint sich bald etwas zu tun. Das Nachbargrundstück mit dem Bauhof ist für einen Anbau vorgesehen. Sowohl die Oberbürgermeisterin als auch FH-Präsident Professor Dr. Reinhard Höpfl wiesen den Minister vehement darauf hin, dass die FH angesichts stetig steigender Studentenzahlen aus den Nähten zu platzen drohe. Im Gespräch mit dem Donau-Anzeiger kamen von Thomas Goppel durchaus positive Signale. Für die Erweiterung bedürfe es noch eines starken Partners ­ und dieser scheint in einer ausländischen Firma bereits gefunden zu sein.

Zauberwort "Vorfinanzierung"

Im Falle einer Vorfinanzierung könnte das endgültige "O.K." für eine Erweiterung sogar noch in diesem Jahr kommen, verlautete aus Kreisen der FH-Führung. Goppel unterstrich, er werde sich gemeinsam mit Wirtschaftsminister Erwin Huber um eine machbare Lösung des Platzproblems bemühen. Bayerns Wissenschaftsminister lobte in diesem Zusammenhang die Hartnäckigkeit von Oberbürgermeisterin Anna Eder wie auch ihres Vorgängers Dieter Görlitz.
Zuvor hatte der hochrangige Besucher aus München vor Professoren und Studenten die Dynamik der 1994 gegründeten Fachhochschule gelobt. Gemäß dem neuen Hochschulgesetz sei die FH Deggendorf vorne mit dabei, wenn es gelte, neue Strukturen zu entwickeln und mit mehr Selbständigkeit ans Tagwerk zu gehen. "Hier herrschen exzellente Strukturen vor", so der Minister zu den Versammelten.

Investitionen haben sich gelohnt

FH-Präsident Höpfl erinnerte daran, dass die Einrichtung ein Kind der "Offensive Zukunft Bayern" sei. 1994 wurde sie gezielt zur weiteren Entwicklung der Region Donau-Wald eingerichtet. Rund 80 Millionen Euro wurden in den Hochschulbau, die Erstausstattung und in ein erstes Studentenwohnheim investiert. Aus der "High-Tech-Offensive" der Bayerischen Staatsregierung flossen weitere 15 Millionen Euro in den Aufbau des Studienganges Medientechnik, den Aufbau des Forschungslabors, die Unterstützung von Unternehmensgründungen aus der Hochschule und den Aufbau des Innovations-Technologie-Campus, kurz ITC genannt. Dieser wird mittlerweile von Stadt, Landkreis, Sparkasse und Hochschule gemeinsam erfolgreich betrieben.
Nicht ohne Stolz wies Höpfl den Wissenschaftsminister darauf hin, was sich seit den Anfängen in Deggendorf entwickelt hat: Mittlerweile gibt es zwölf Studiengänge mit rund 2600 Studenten, in der Weiterbildung sechs MBA-Programme mit über 100 Teilnehmern.

High-Tech in Niederbayern

Weiter verwies der Präsident auf Forschung und Entwicklung sowie Unternehmensgründungen aus der Hochschule. Reinhard Höpfl: "Wir bringen dadurch Geld, internationale Hochtechnologie und Arbeitsplätze in die Stadt, in die Region und nach Bayern." Als Beispiel einer früchtetragenden Zusammenarbeit verwies Höpfl auf die Kooperation mit der australischen "EOS" (Australien und USA). Firmenpräsident Dr. Ben Greene hat in Deggendorf offenbar noch großes vor: So deutet alles darauf hin, dass hier die große europäische Zentrale entsteht. Doch damit nicht genug: Durch die Zusammenarbeit mit EOS (siehe auch Extra-Beitrag unten) ergeben sich laut Höpfl "fantastische Möglichkeiten in den Zukunftstechnologien wie der optischen und der Weltraumtechnologie". Davon könne nicht nur Deggendorf, sondern ganz Bayern profitieren.

Bald 5000 Studenten?

Die Prognose des FH-Oberen legt eine Erweiterung der florierenden Bildungseinrichtung nahe: So könnten die Studentenzahlen in fünf bis sechs Jahren auf bis zu 5000 steigen. Die erfolgreichen Unternehmensgründungen aus der Hochschule heraus könnten stärker wachsen, neue Kompetenzzentren in für ganz Bayern wichtigen Zukunftstechnologien könnten entstehen, "wenn der Raum nicht fehlen würde".
Dass sich Thomas Goppel auf dem Deggendorfer Campus wohl fühlt, war gestern deutlich zu sehen. Seine Nachfragen beim Rundgang durch die Labors zeugten von großem Interesse, und trotz starken Termindrucks nutzte er jede Gelegenheit, mit Studenten ins Gespräch zu kommen. Die nächsten Wochen und Monate werden zeigen, ob es Dr. Thomas Goppel gemeinsam mit Wirtschaftsminister Erwin Huber gelingen wird, Finanzminister Kurt Faltlhauser und den Ministerpräsidenten von der Notwendigkeit einer Erweiterung zu überzeugen.

 

Donau Anzeiger vom 20.06.06

 

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