FH kurz vor der Erweiterung? |
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"Könnten nächstes Jahr planerisch beginnen" - Minister Huber mahnt zu BesonnenheitDeggendorf. (pk) Wie geht es weiter mit der fast aus den Nähten platzenden Fachhochschule Deggendorf? Darum ging es am Montagnachmittag bei der Sitzung des FH-Kuratoriums. Der Vorsitzende des Gremiums, Bayerns Wirtschaftsminister Erwin Huber, mahnte zu Besonnenheit. Zunächst soll nun ein "Businessplan" für das 20 Millionen Euro teure Projekt erstellt werden. Planerisch könnte bereits im kommenden Jahr mit der Erweiterung begonnen werden. Mit dem benachbarten Grundstück des Bauhofs verfügt man bereits über eine geeignete Fläche für einen Anbau. Erwin Huber ließ sich von FH-Präsident Professor Dr. Reinhard Höpfl die Pläne für die Erweiterung genau erläutern. So solle ein Kompetenzzentrum für die Industrie entstehen mit dem Schwerpunkt Optikfertigung. Dazu könnte die Firma EOS drei Millionen Euro als Vorfinanzierung leisten. Mehrere Fliegen mit einer Klappe Für eine FH-Erweiterung würde EOS vorab weitere zehn Millionen Euro locker machen. Ein derartiges Kompetenzzentrum hätte bundesweite Ausstrahlung, erläuterte Professor Dr. Peter Sperber den Kuratoriumsmitgliedern, darunter auch MdB Barthl Kalb und der frühere Landtagsabgeordnete Hermann Niedermeier. Reinhard Höpfl dazu: "Wir könnten mehrere Fliegen mit einer Klappe schlagen." Der FH-Präsident untermauerte die Forderung nach einem Ausbau mit handfesten Argumenten: So könne die Hochschule bei rund 1000 flächenbezogenen Studienplätzen im Herbst dieses Jahres nahezu 3000 Studierende vorweisen. Die Erweiterung der FH Deggendorf könne zur Lösung von akuten Problemen beitragen und jungen Leuten eine Chance auf eine gute Ausbildung bieten. Zollner: "Schmalspur" verlassen Der Zandter Unternehmer Manfred Zollner pflichtete Höpfl bei weitere Unterstützung wäre sehr wichtig für den ganzen Raum. Während man bisher eher auf der "Schmalspur" unterwegs sei, könne man dann bald größere Brötchen backen. Minister Huber trat angesichts der Wünsche der FH-Führung auf die Euphoriebremse. Er forderte Höpfl und Co. dazu auf, das Kompetenzzentrum und die FH-Erweiterung als "zwei Paar Stiefel" zu betrachten, die man in Sachen Finanzierung unterschiedlich handhaben müsse. Indirekt regte Huber die Deggendorfer dazu an, mehrere Unternehmen mit ins Boot zu holen und nicht nur auf EOS zu setzen wenngleich deren Angebot einer Vorfinanzierung für den Freistaat durchaus verlockend sei. Allerdings stellte der Wirtschaftsminister augenzwinkernd klar: "Mit Speck fängt man Mäuse - aber diese Maus ist sehr misstrauisch." Dass man jedoch nächstes Jahr mit der Planung beginnen könnte - wie von Deggendorfs Oberbürgermeisterin Anna Eder gewünscht ("miteinander kriegen wir das hin") - stellte Huber allerdings nicht in Abrede.
Donau-Anzeiger, 19. Juli 2006
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