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Hochschulpresse: Presseartikel 2006

"Megatech-Labor" an der FH eingeweiht

Freude über das neue Labor: (v.l.) Klaus Loibl, Professor Helml, Peter Endres, Professor Strohmayr, Rigobert Kühn (sitzend) und Professor Nitsche (stehend).
(Fotos: Jenner)

Höhepunkt der Zeremonie: die feierliche Enthüllung des Namensschilds.

Vizepräsident Helml dankte für unternehmerisches Engagement - Theorie-Praxis-Bezug

Deggendorf. (tj) Ein Labor der Fachhochschule wurde komplett mit neuen Personalcomputern ausgestattet. Die Schöllnacher Firma Megatech, ein Systemhaus im Bereich IT- und Telekommunikationstechnologie, spendete die Rechner mit TFT-Monitoren und Eingabegeräten und übernahm damit die Patenschaft über das Labor. In ihren Grußreden dankten bei der Labor-Einweihung am gestrigen Freitag der Vizepräsident Professor Dr.-Ing. Hans Joachim Helml, der Dekan Professor Dr.-Ing. Klaus Nitsche und der Laborleiter Professor Dr.-Ing. Rudolf Strohmayr für das vorbildliche Engagement und die hervorragende Zusammenarbeit mit der Schöllnacher Firma, die bereits in den vergangenen Jahren auch zu "Unzeiten" für eine reibungslose Datenverarbeitung an der Hochschule sorgte.
Ein Lehrkörper wie die FH Deggendorf steckt immer wieder im Dilemma zwischen hoch qualifiziertem Lehrauftrag einerseits und staatlichen Sparzwängen andererseits. So haben die Verantwortlichen bereits seit längerer Zeit auf das kompetente Sponsoring von privaten Firmen zurückgegriffen, die, wie jetzt die Firma Megatech, die Laborausstattungen in großem Umfang erweitern.
In seinem Grußwort verwies der Dekan, Professor Nitsche, auf den Theorie-Praxis-Übertritt, der an einer Fachhochschule wie der unseren besonders groß geschrieben wird. So konnte der Raum C214 an der Fakultät Maschinenbau und Mechatronik mit PC-Rechenpower vom Feinsten ausgestattet werden. Die aufgestellten HP-Rechner zählten seit seiner eigenen Studienzeit bis heute als Mercedes unter den PC.

Mit Hochdruck gearbeitet

Nitsche begrüßte den Megatech-Geschäftsführer Rigobert Kühn, der mit Frau und Seniorchef gekommen war, und er freute sich über die stets unbürokratische Hilfe bei Problemen, die mitunter auch an Samstagen angefordert werden darf. Dann würde mit Hochdruck gelötet, gestöpselt und verkabelt, bis der Datenstrom wieder fließt. Professor Nitsche begrüßte neben dem Vizepräsidenten Professor Helml und Professor Dr. Robert G. Wittmann auch den Kanzler Peter Endres und den Vizekanzler Klaus Loibl. An die Medienvertreter gewandt, schmunzelte er, dass die Medienechos ob dieser Patenschaften in Zukunft vielleicht noch mehr Firmen zu weiteren Patenschaften bewegen könnten. Den folgenden Vortrag des Laborleiters Professor Strohmayr führte er mit den kommentierenden Worten ein, dass das so genannte Computer Aided Design im EDV-Bereich sehr ausgereift sei, dass die Studenten aber mit viel Fleiß und vor allem mit viel eigenem Engagement das Thema bearbeiteten.

Mit lässigem Wink an die Wand verwies Professor Strohmayr auf diverse Tafellineale, die durch den Computereinsatz jetzt eher dekorativen Wert besäßen. Das Ausbildungskonzept in der EDV konfrontiere besonders die Maschinenbauern mit Inhalten der so genannten "three-letter-words", die er im Folgenden in einer kurzen Übersicht vorstellte und kommentierte. Am Anfang stehe das so genannte Y-Modell, das für technisch ausgerichtete Unternehmen die Prozesskette eines Produkts von der betriebswirtschaftlichen wie technischen Planung und Steuerung beschreibt. Die Herstellung und Fertigung müssten bis hin zum Verkauf möglichst weit optimiert werden. Am Beispiel der Digitalkamera nannte er die Einführung von halbwegs bezahlbaren Modellen vor sieben Jahren die Entwicklung bis heute. Hatten die damaligen Kameras damals noch eine Auflösung von ein bis zwei Megapixel, so sei es heute das Sechsfache, und kosteten diese damals noch in vergleichbarer Qualität 750 Euro, so seien es heute gerade noch mal 150 Euro. In den 80er-Jahren habe der Entwicklungszyklus von Automobilen 72 Monate gedauert ­ heute seien es 36 Monate. Allein durch konsequente Optimierungen von Organisation sowie im Softwarebereich seien diese Fortschritte machbar gewesen.

Als Beispiele praktischer Umsetzungen nannte er die hiesigen Firmen Rohde&Schwarz, Edscha, Lihotzky und Gluth, die von den praktischen Forschungsarbeiten, dies auch durch diverse Diplomarbeiten, an der FH profitieren. Besonders nannte Professor Strohmayr das Plasmagefäß der Deggendorfer Werft, das für Fusionsexperimente eingesetzt wird. Dieses ringförmige Gefäß mit einem Gesamtdurchmesser von circa 24 Meter habe ohne rechte Winkel durchweg Freiformflächen, die durch die Kombination von Lasermessung und CAD berechnet werden müssten. Überhaupt gehörten einige CAD-Anwendungen mit zu den rechenintensivsten Umsetzungen von Computer bis hin zum Aufbau. Durch das neue Megatech-Labor könnte auf qualitativer wie quantitativer Ebene ein wesentlich verbesserter Theorie-Praxis-Bezug geschehen. Die CAD-Ausbildung sei immerhin ein sehr stark frequentiertes Wahlfach. Am Ende des offiziellen Teils enthüllte feierlich Rigobert Kühn das Namensschild über der Labortür.

 

Donau Anzeiger vom 10. Oktober 2006

 

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