Die Geschichte einer kleinen orangen Maus |
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Tag mit dem Vater der Lach- und Sachgeschichten war nicht nur für Kleine interessantDeggendorf. (tj) Eine Lehrveranstaltung der ganz besonderen Art veranstaltete die FH Deggendorf gemeinsam mit dem geistigen Vater der Sendung mit der Maus. Armin Maiwald unterhielt sich im Audimax, dem Großen Hörsaal, mit Kindern aller Altersstufen über die Lach- und Sachgeschichten seiner Fernsehproduktion. Hoch motiviert fragten die Kinder dem Dozenten am Rednerpult schier Löcher in den Bauch, und auch deren Eltern zeigten mitunter, dass sie ihr Interesse an der Maus seit ihren eigenen Kindertagen nicht ganz verloren haben. Eine der vielen Fragen widmete sich der Hauptfigur selbst, der orangefarbenen Maus. Dazu kommentierte Maiwald, dass sich diese Comic-Figur bewusst in Form und Farbe von ihren natürlichen Artgenossen in Grau abheben sollte. Außerdem kann wie bekannt, die Maus ihren Bauch öffnen, um eine Uhr daraus hervorzuzaubern und ihren eigenen Schwanz als Sprungseil gebrauchen. Die Komplementärfarbe von Orange ist übrigens blau, und so kam zehn Jahre nach der Maus noch der kleine Elefant hinzu, dem wiederum zehn Jahre später eine Ente folgen sollte. Und diese Ente sollte Bewegung in die Spots bringen. Manche sprechen hier auch von Chaos. Bewusst sollten die Tiere nicht sprechen können, da es bis heute schon gibt. Diese Figuren, so Maiwald, hätten eine doppelte Funktion. Dienten sie den kleineren Zuschauern im Vorschulalter noch als reine Unterhaltung, hätten sie für die älteren Grundschulkinder die Funktion einer quasi pädagogischen Unterbrechung. Kinder könnten einer Information am Besten rund 5 7 Minuten folgen, der Dauer einer Sachgeschichte. Da käme ein Comic-Trailer gerade recht. Trotz der heutigen Computeranimationen werden auch heute noch alle neuen dieser Sequenzen per Hand gezeichnet und coloriert. Maiwald rechnete einem staunenden Auditorium vor, dass ein 30-Sekundenspot aus insgesamt 750 Einzelbildern bestehe, die zudem noch vertont werden müssten. Eine solche Produktion koste runde drei Wochen Arbeit. Hinzu kommen die Lachgeschichten wer kennt sie nicht, die unglaublichen Geschichten des Käpt'n Blaubär oder die heimelige Kellerwohnung des Maulwurfs Grabowski. Nach der Produktion eines Beitrags befragt, meinte Maiwald, dass diese unterschiedlich lange dauerte. Den Schritten Dreh, Schnitt und Nachbearbeitung ginge mitunter eine Vorbereitung voraus, die schon mal drei Jahre dauerte. Zum einen müsste sich das Redaktionsteam erst mal selber schlau machen, und zum anderen gelte es nicht selten Dinge zu visualisieren, die eigentlich unsichtbar seien. Maiwald erinnerte sich an einen Bericht über Kernkraft, wo er übrigens Befürworter und Gegner dieser Art von Energieumsetzung am gleichen Tisch versammelt habe. Zur Lieferung der vielen Ideen befragt erzählte Maiwald, dass er mitunter eigene Ideen verfolge und manchmal aus Zeitungen Stoff beziehe. Zudem fragten ihn Kinder Löcher in den Bauch: rund 800 bis 1000 Zuschriften erreichten die Redaktion pro Woche. Die Liste an Anfragen sei mittlerweile lang genug, um bis weit über das 21. Jahrhundert hinaus produzieren zu können. Ob es Spaß mache, vor
und hinter der Kamera zu stehen, lautete eine andere Frage. Maiwald schmunzelte
dazu. Wenn es gut und zügig gehe, machte es einen Riesenspaß
und es sei schön. Es gebe aber auch Situationen, die seien milde
gesagt langweilig. Er erzählte von einem Dreh an einem Flugplatz
an der Ostsee, wo es drei Tage am Stück geregnet hätte, ohne
dass das Filmteam einen Schritt weiter gekommen sei. Erst habe man dies
gemacht und jenes, aber nachdem sich die Skatpartien irgendwann im Kreis
gedreht hätten, habe man immer öfters nach draußen geschaut
und sich gewünscht, dass der Regen irgendwann auch wieder zuende
ist.
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