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Hochschulpresse: Presseartikel 2006

Motivation zur engagierten Weiterarbeit


Vier Male hat sich der Fleiß gelohnt. V.l: Berhhard Goldbrunner, Philipp Wiegel, Larissa Petter, Julia Danzer

Drei FH-Absolventen und eine Schülerin mit OB-Dieter-Görlitz-Preis ausgezeichnet

(tj) Am Donnerstag wurden vier Preisträger mit dem OB-Dieter-Görlitz-Preis ausgezeichnet (der DA berichtete). Während des Festakts im Alten Rathaussaal lobten die Laudatoren zum einen die hervorragende Zusammenarbeit zwischen Stadt, Schulen und Fachhochschule und zum anderen die ausgezeichnete Betreuung der Lernenden durch die Lehrenden. Neben drei FH-Absolventen wurde auch eine Schülerin für eine Facharbeit über ein Biologiethema ausgezeichnet. Dipl.-Ing Bernhard Goldbrunner referierte über sein Diplomthema, der praktischen Umsetzung eines Verbrennungsmotors, der neben herkömmlichem Kraftstoff auch mit Wasserstoff angetrieben werden kann.

Eine schnelllebige Arbeitswelt, so die Oberbürgermeisterin Anna Eder in ihrer Ansprache vor den Geehrten, vor Politikern wie einer Reihe von Professoren der FH Deggendorf, mache eine besonders gute Bildung und Ausbildung unabdingbar. Ein herausragender Motivationsfaktor dabei sei der OB-Dieter-Görlitz-Preis, durch den neue Ideen gefördert und so letztendlich die Wirtschaftskraft in unserer Region erhalten und gestärkt würden. Ohne die hartnäckigen Bemühungen des Altoberbürgermeisters Dieter Görlitz wäre die FH vielleicht nicht in die Stadt gelangt. Und durch seine gegründete Stiftung würde er innovative junge Menschen unterstützen, die neben der FH auch von anderen Institutionen kommen würden. Und die FH selbst sei nicht zuletzt durch den Einsatz von deren Präsident Professor Dr. Reinhard Höpfl in die vorderen Ränge verschiedener Hochschulrankings katapulitiert worden. An die Geehrten gerichtet überbrachte Eder die Grüße und Glückwüsche der Stadt Deggendorf. Sie mahnte, die Auszeichnung nicht als Dank für ein Lebenswerk anzusehen sondern eine Motivation zur engagierten Weiterarbeit.

Nach neun Jahren könnte man Bilanz ziehen und mit Fug und Recht feststellen, dass der OB-Dieter-Görlitz-Preis junge Menschen im Landkreis zu exzellenten Leistungen motiviere, so der Präsident der FH Professor Dr. Reinhard Höpfl. Professor Höpfl betonte den Begriff der Leistungselite, nach der heute und im Gegensatz zu früher kein Besitzstand mehr abhinge. Dazu müsste Elite Vorbildcharakter haben, wie beispielsweise hervorragende Fußballer mit ihrem unabhängigen Tordrang andere mitziehen könnten. Professor Höpfl stellte im Einzelnen die Preisträger und ihre Arbeiten vor, die aus den Bereichen Bauingenieurwesen, Maschinenbau, Wirtschaftsinformatik sowie Biologie kommen und die allesamt einen pragmatischen und direkt anwendbaren Hintergrund haben. Hinter den einzelnen Leistungen stünden allerdings die Arbeiten der begleitenden Professoren. Auch Professor Höpfl endete mit einer kleinen Mahnung. Er zitierte den griechischen Philosophen mit den Worten: „Wer glaubt, etwas zu sein, hat aufgehört, etwas zu werden.“

Kreativität und Innovation seien jederzeit gefragt und stets willkommen, so der Altoberbürgermeister Dieter Görlitz. Er erinnerte an die Satzung der Stiftung, in der neben der FH und den Gymnasien auch die FOS, die BOS und die IHK aufgenommen seien. Die Preisträger hätten sich großen Mühen unterzogen und Leistungshürden selbst auferlegt. Görlitz bat und forderte die Geehrten, ständig und stetig weiter zu lernen und sich weiter zu bilden, da sich besonders darauf die Zukunft begründe. Er freut sich bereits jetzt auf die Jubiläumsveranstaltung in einem Jahr, wenn die Preisverleihung zum 10. Mal stattfinden wird.

Der Wortlaut der Diplomthemen sei fast immer recht sperrig, so der frisch gebackene Diplomingenieur und Preisträger Bernhard Goldbrunner in seiner Vorstellung seines Diplomthemas. Im Wesentlichen hat Goldbrunner einen regulären Sechszylindermotor so modifiziert, dass er auch mit Wasserstoff betrieben werden kann. Wasserstoff habe wesentlich andere Eigenschaften als Benzin, die es gelte zu berücksichtigen. So beispielsweise sei Wasserstoff ein geruch- und geschmackloses Gas, das durch sein im Vergleich zu Benzin größeres Volumen einen größeren Motor bedinge. Durch einen Abgasturbolader, bei Dieselmotoren mittlerweile Standard, könnte diese Leistung allerdings wesentlich erhöht werden. Um Zeit und Geld einzusparen, so Goldbrunner, habe er in der Simulationsphase ein Computerprogramm mitunter über Nacht laufen gelassen. Trotz aller Vorzüge dieses relativ umweltneutralen Kraftstoffs gebe es ein wesentliches Problem, das der flächendeckenden Versorgung. Noch rund zehn Jahre lang werde es hier Engpässe geben, und derzeit seien die Besitzer von Wasserstoff getriebenen Autos nur in Berlin und München im Vorteil.

Im Namen aller Geehrten dankte die Preisträgerin und Diplomingenieurin Julia Danzer allen, die die Erfolge möglich gemacht hätten. So sei an der FH Deggendorf eine sehr persönliche und fast familiäre Betreuung vonseiten der Professoren gegeben. Durch ihr eigenes Praxissemester hätte sie zusätzlich nicht nur eine Theorie-Praxis-Vermittlung beweisen können, sondern sie hätte tatsächlich ihre Arbeitskraft in dem Praxisbetrieb einbringen können. So hätte sich ein fließender Übergang von Studium in den Beruf ergeben. Die Auszeichnung durch die OB-Dieter-Görlitz-Stiftung sei sicher nicht nur für sie, sondern auch für nachfolgende Studentengenerationen ein hervorragender Ansporn. Sehr fröhlich und beschwingt begleitete der Gospelchor der FH die Feierstunde. Die Oberbürgermeisterin hoffte, dass nach dem Wegzug der Chorleiterin und Pfarrerin Gisela Bruckmann eine Lösung gefunden werde, um den Chor zu erhalten.

 

Donau-Anzeiger, vom 08.Juli 2006

 

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