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Hochschulpresse: Pressearchiv 2005

Studiengebühren: Ja, aber nur, wenn's der Hochschule nützt


FH-Professor Dr. Reinhard Höpfl: Stipendiumssystem aufbauen

Deggendorf (she). Die bayerischen Studenten müssen sich auf Studiengebühren einstellen. Dafür hat das Bundesverfassungsgericht gestern den Weg frei gemacht. FH-Präsident Prof. Dr. Reinhard Höpfl ist grundsätzlich dafür - wenn das Geld den Hochschulen zugute kommt und sich Studenten aus sozial schwächeren Familien auch künftig ein Studium leisten können. "Leistung kostet ihren Preis", findet FH-Präsident Dr. Reinhard Höpfl, der schon am vergangenen Sonntag mit Wissenschaftsminister Dr. Thomas Goppel über die Einführung von Studiengebühren diskutiert hat. Unter der Voraussetzung, dass die Gelder auch tatsächlich den Hochschulen zur Verfügung stehen, spricht sich Höpfl für die Erhebung so genannter "nachfolgender Studienbeiträge" aus, die die Studenten erst nach ihrem Studium zurückbezahlen müssten. Parallel dazu müsste jedoch auch ein leistungsfähiges Stipendiumssystem geschaffen werden, um Kindern aus sozial schwächeren Familien ein Studium zu ermöglichen. Höpfl: "BaföG-Empfänger müssen wir gesondert betrachten."

Die Hochschulen könnten sich durch die zusätzliche Finanzspritze eine bessere Ausstattung oder mehr Professoren leisten - alles Dinge, die den Studenten zugute kommen. Der FH-Präsident glaubt auch, dass sich durch die Studienbeiträge die Stellung der Studenten verbessert. "Ich mag das Wort 'Kunde' nicht in dem Zusammenhang, aber man wird zu einem anderen Verhältnis kommen. Studenten, die für ihre Ausbildung bezahlen, haben einen Anspruch auf gute Leistung ihrer Hochschule." Im Gespräch sind Beträge von bis zu 500 Euro pro Semester (Lesen Sie dazu auch die Seiten 3, 4 und 6). Ein Studium an einer US-Uni verschlingt laut Höpfl ein Vielfaches dieses Betrags.

Für Studentenvertreter Andreas Lederle stellt sich die Frage, ob die Einführung von Studiengebühren die Kinder von ärmeren Familien nicht doch von einer akademischen Bildung abschreckt. "Arm bleibt arm und reich studiert" , zitiert er ein Sprichwort. Das schreckt sicher viele potenzielle Studienanfänger ab. Leider die fähigen, weil die reichen sich ein Studium sowieso leisten können, egal, ob sie dafür geeignet sind oder nicht.Verständnis für die Gebühren kann der Maschinenbaustudent nur aufbringen, wenn tatsächlich die Hochschulevon den Geldern profitieren würde. Anders sieht es die Junge Union: Kreisvorsitzender Christian Moser begrüsst die Entscheidung: "Das Urteil eröffnet auch der FH Deggendorf neue Perspektiven für eine bessere Lehreund Betreuung der Studenten."

 

Deggendorfer Zeitung vom 27. Januar 2005

 

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