Kompetenzen in der Bauwirtschaft neu platzieren |
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Zweitägiges "Chefseminar" der Akademie für Baumanagement zu BetreibermodellenDie größten Barrieren eines zukünftig chancenreichen Aufschwungs in der Bauwirtschaft sind derzeit vor allem die langjährig gewachsenen Verwaltungsstrukturen der öffentlichen Hand und deren Verlustangst von Verantwortung. Die Chancen und Risiken eines zukunftsweisenden Lösungsweges zeigte Rechtsanwalt Gerhard Hess, Hauptgeschäftsführer des Bayerischen Bauindustrieverbandes, gleich am ersten Abend des zweitägigen Chefseminars der akabau (Akademie für Baumanagment) in einem zweistündigen Referat auf. Unter der organisatorischen Leitung von Prof. Dr.-Ing. Volker Wirth (FH Deggendorf), der am Donnerstagabend im Landhaus Hutter zum vierten Mal zu einem Chefseminar geladen hatte, konnnte dieser 30 Tagungsteilnehmer begrüßen. Nach der offiziellen Eröffnung durch den Präsidenten der FH Deggendorf, Prof. Dr. Reinhard Höpfl stellte der Referent Gerhard Hess das neue Lösungsmodell Grundmodell PPP (Public Private Partnership) als neue Chance für die Bauwirtschaft vor. Das Konzept PPP steht für eine langfristige, vertraglich geregelte und entgeltliche Zusammenarbeit zwischen einem öffentlichen Auftraggeber und einem privaten Partner über den gesamten Lebenszyklus eines Bauwerks, so Hess. Genauer gesagt übernimmt ein privates Bauunternehmen die Projektphase, den Bau, die Finanzierung, den Bauunterhalt, den Betrieb und gegebenenfalls die Verwertung eines Bauwerks verbunden mit entsprechenden wirtschaftlichen Risiken. Hauptargument in der Wahl eines PPP-Modells ist es, Kostenvorteile durch den gesamten Lebenszyklusansatz, durch eine ergebnisorientierte Leistungsbeschreibung, einer verbesserten Planungs- und Kostensicherheit sowie einer Qualitätssicherung über die gesamte Vertragslaufzeit zu sichern. Gleichzeitig werden die Rahmenbedingungen für Bauunternehmen verbessert. Im selben Atemzug erwähnte Gerhard Hess zudem, dass durchaus bei der Wahl des Modells PPP eine mögliche Insolvenzgefahr auf den privaten Vertragspartner abgewälzt wird. Die größte Barriere sei aber die Einflussnahme der öffentlichen Hand aufgrund langjährig gewachsener Verwaltungsstrukturen, monierte der Referent. Dabei könnte mittels PPP durchaus eine Senkung der Gesamtkosten eines Bauprojekts über den gesamten Lebenszyklus, die Konzentration der öffentlichen Hand auf Kernaufgaben sowie eine zeitnahe Realisierung von Bauvorhaben und eine langfristige Instandhaltung von öffentlichen Gebäuden erreicht werden. "PPP-Modelle" werden immer mehr befürwortet Von Seiten des Bundes trat sogar im September 2005 das ÖPP Beschleunigungsgesetz des Bundes in Kraft, welches im Rahmen des Vergaberechts die grundsätzliche Teilnahmemöglichkeit von Projektanten an PPP-Vergabeverfahren ermöglicht. Die Bundesländer NRW und Hessen befürworten beispielsweise mit großem Engagement das neue PPP-Modell, so Hess. Als Beispiel für ein erfolgreiches PPP-Modell in Bayern führte der Referent abschließend das Thermal- und Freizeitbad in Fürth sowie das Erlebnisbad in Erlangen an. Der erste Tag des vierten Chefseminars endete mit einem niederbayerischen Abend und Musik. Der zweite Seminartag beinhaltete Referate zu den Themen "Konditionenkartell - auch für den Hochbau?" mit Dipl.-Ing. Gerhard Beck, Geschäftsführer Züblin Spezialtiefbau GmbH Stuttgart, "So überzeugen Sie Ihren Kunden" mit Dr. hc. Oliver Ekmann und "Wachstum durch Innovation" mit Dr. Adolf Ahnefeld, Chefvolkswirt der Robert Bosch GmbH, Stuttgart. Das Chefseminar endete mit einer anregenden Schlussdiskussion von Teilnehmern und Referenten.
Deggendorfer Zeitung, 15. Oktober 2005
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