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Studentin: "Viele werden sich denken: Lasse es besser bleiben" - Höpfl
zuversichtlich
Deggendorf. Nach dem Urteil des
Bundesverfassungsgerichtes wird es immer wahrscheinlicher: Studenten müssen
künftig in Bayern Studiengebühren zahlen und zwar bis zu 500 Euro pro
Semester. Der Donau-Anzeiger wollte gestern wissen, wie die Führung der
Fachhochschule Deggendorf und Studenten zu der Entscheidung stehen.
Eine "positive Einstellung" zu den Studiengebühren hat Professor Dr. Reinhard
Höpfl, Präsident der FH Deggendorf. Allerdings spricht er sich für so
genannte "nachlaufende Gebühren aus". Das heißt, die Studenten bekommen
nötigenfalls Darlehen und zahlen diese erst dann zurück, wenn sie im Beruf
stehen und über ein entsprechendes Einkommen verfügen. Auch "Stipendienmodelle"
müssten aufgebaut werden. Verständnis habe Höpfl auch insofern für die
Gebühren, als die Hochschulen allgemein für die Verbesserung der Lehre
mehr Geld benötigten. Dass Studierwillige von einem Studium an einer Uni
oder FH abgeschreckt würden, glaubt der Präsident nicht: Es handle sich
ja um relativ geringe Beiträge. Bei einer Umfrage im letzten Jahr hätten
sich sogar zwei Drittel der befragten Studenten zustimmend geäußert. Das
neue System bringe eine Reihe von Vorteilen mit sich. So werde es vielfach
ein neues Verhältnis zwischen Student und Hochschule geben. Auch würden
sich junge Leute besser überlegen, was sie denn studieren wollten.
"Viele könnten sich es nicht leisten, wenn sie das aus eigener Tasche
zahlen müssten", meint dagegen Medientechnik-Studentin Ingrid Ehrenschwender.
Einerseits versteht sie es, dass die Hochschulen mehr Geld benötigten.
Andererseits ist ihr aber klar, dass sie ihr Studium von heute auf morgen
beenden müsste, wenn sie keine staatliche Unterstützung bekäme. Skeptisch
ist auch Studentin Christina Kellner: "Gegen 50 Euro hätte ich ja nichts,
aber 500 Euro sind dann doch etwas viel." So mancher werde sich nun überlegen,
ob er überhaupt studiere. Christina Kellner: "Viele werden sich denken:
Das lasse ich besser bleiben." Bildung dürfe kein Luxusartikel werden.
"Ein Studium muss für jeden erschwinglich bleiben", meint die junge Medientechnikerin.
Begrüßt wird das Urteil des Bundesverfassungsgerichtes hingegen von der
Jungen Union. "Das Urteil eröffnet auch der FH Deggendorf neue Perspektiven
für eine bessere Lehre und Betreuung der Studenten", erklärte Kreisvorsitzender
Christian Moser. Gleichzeitig betonte er, dass sein Kreisverband das Vorhaben
der Bayerischen Staatsregierung zur Einführung von Studienbeiträgen unterstütze,
wenn grundlegende Bedingungen eingehalten würden. "Wir fordern, dass die
Beiträge der Studentinnen und Studenten in Deggendorf in voller Höhe an
der FH Deggendorf bleiben", erklärte Moser. Außerdem müssten die Beiträge
voll und ganz für die Verbesserung der Lehre und der Betreuung der Studenten
eingesetzt werden und dürften nicht bei der Ausstattung der Hochschule
oder gar beim Bau von Hochschuleinrichtung Verwendung finden, forderte
der Kreisvorsitzende weiter. Dafür müsse auch in Zukunft der Staat in
voller Höhe aufkommen. Moser will in den nächsten Wochen und Monaten unter
der Studentenschaft in Deggendorf aktiv für das JU-Konzept werben, "da
von gerechten Studienbeiträgen alle profitieren würden".
Donau Anzeiger vom 27. Januar 2004
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