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Hochschulpresse: Pressearchiv 2005

Bauexperten tagten an der Fachhochschule

Foto: Peter Kaiser
Die Organisatoren Prof. Dr.-Ing. Volker Wirth (links) und Prof. Dr. Klaus Englert (rechts) im Gespräch mit dem Hauptreferenten Prof. Dr. Klaus D. Kapellmann

Wirtschaft und Umweltschutz waren Hauptthemen bei Symposium Ökonomie versus Ökologie

Deggendorf. (tj) Der Fachbereich Bauingenieurwesen der Fachhochschule Deggendorf veranstaltete am Freitag gemeinsam mit dem Verein der Deggendorfer Bauingenieure und der Akademie für Baumanagement das sechste Deggendorfer Bausymposium. Die Schwerpunktthemen waren heuer die Bautechnik, das Baurecht und das Baumanagement in Hoch- und Tiefbau sowie Spezialthemen wie Hochwasserschutz und Altlastenbeseitigung.

Professor Dr.-Ing. Hans Bulicek, der bisherige Organisator, übergab den Staffelstab an Professor Dr.-Ing. Wolker Wirth, der gemeinsam mit Professor Dr. jur. Klaus Englert als Koorganisator in guter Tradition etliche hochrangige Referenten für diese Tagesveranstaltung gewonnen hatte. Bautechnik, -recht und -management ist per se ein interdisziplinäres Feld, dessen Tragweite vom Präsidenten der FH, Professor Dr. Reinhard Höpfl, als einzigartig bezeichnet wurde. Er konstatierte die Veranstaltung als in eine "komplexe Welt" eingebettet. Er betonte zudem die Auswirkung der Veranstaltung, die fast deutschlandweit und aus europäischen Nachbarländern Interessierte nach Deggendorf bringen würde. Er freute sich auch, dass viele Absolventen des Bauingenieurwesens gekommen waren. Dies zeige die nachhaltige Verbundenheit mit dem "alten" Fachbereich und der FH.

Zeitkorsett oft zu eng

Ein für Nichtjuristen sperriger Titel, "Partnering und Construction Management", hat einen allerdings sehr konkreten Hintergrund. Professor Dr. Klaus D. Kapellmann als Hauptreferent erläuterte, dass häufig hochkomplexe Bauprojekte in ein sehr enges Zeitkorsett gezwängt würden. Häufig auch müsse bei laufendem Betrieb eine Teilrenovierung eines Gebäudes vorgenommen werden. Dazu, so Professor Kapellmann, müsste schon im Vorfeld eine exakte Planung mit einem entsprechenden Vertragsrahmen ausgearbeitet werden. Er konstatierte die Kundenzufriedenheit als ersten Problemkreis, dessen Erfüllung einen zügigen und problemlosen Baufortschritt voraussetzte. Der Construction Management­Vertrag, so Professor Kapellmann weiter, sei in seiner Abfolge in zwei Phasen gegliedert, die Planungsphase und damit die Ausarbeitung einer Projektorganisation. Dazu sei ein Informationssystem festzulegen, das den Planungsfortschritt kontinuierlich kontrolliert. In der zweiten Phase dann trete das Projektmanagement in die praktische Phase und die Bauausführung könne beginnen. Neben einem einzuhaltenden Zeitrahmen komme auch die Festlegung von unterschiedlichen Vergütungsmodellen, die Zeit- oder Pauschalhonorare zu verifizieren haben. Den Begriff "Partnering" beschrieb Professor Kapellmann als ein mühsames Konstrukt in der US-Literatur, der im deutschen Recht schlicht die "Kooperationspflicht" der Bauvertragsparteien bezeichnet. Die Partneringziele seien unter anderem die Ausbildung eines Partnering-Teams und eines frühzeitig funktionierenden Informationssystems.

Anhand einer Multispektralaufnahme eines Satelliten, die einen großen Teil Niederbayerns zwischen Gäuboden und Inn zeigte, erläuterte Dipl.-Ing. Wolfgang Dorner ein integriertes Flussgebietsmanagement mit Hochwasserschutz. Dieses Thema für seine Doktorarbeit, so Dorner, sei ein grenzüberschreitendes Projekt mit Österreich, das er gemeinsam mit Professor Rudolf Metzga bearbeitet. Grundlage ist eine Veränderung der Gewässergüten von Fluss- und Bachzuflüssen in die Donau, die durch Landwirtschaft und Besiedelungen beeinträchtigt werden. Dazu meinte Dorner, dass hier Interessenkonflikte ganz unterschiedlicher Ebenen vereint werden müssten. Er nannte zunächst Land- und Wasserwirtschaft, sowie Gewässerbewirtschaftung, dann das Dilemma Ökonomie versus Ökologie. Den Lebensraum Gewässer als Lebensraum für Mensch und Natur schilderte er am Beispiel des Flauchers. Dieser Naherholungsraum im Zentrum Münchens ist von Grünanlagen geprägt, die sich an der Isar entlang gebildet haben und die im Sommer von vielen tausend Besuchern genutzt werden. Geplant seien verbesserte Kläranlagen, um die Wassergüte zu erhöhen.

 

Donau Anzeiger vom 15. März 2005

 

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