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Hochschulpresse: Pressearchiv 2004

Förderverein der FH mit neuem Führungsteam

 Neuer Vorsitzende des FH-Fördervereins

Präsident Prof. Dr. Reinhard Höpfl (v.l.) und der neue Vorsitzende Dr. Josef Dachs danken Karlheinz Lühmann für seinen Einsatz um die Fachhochschule Deggendorf.
Foto: peka

Mitgliederversammlung wählte Dr. Josef Dachs zum neuen Vorsitzenden ­ Professor Dr. Klaus Landfried sprach zum Thema “Die deutschen Hochschulen im internationalen Wettbewerb"

Deggendorf. Ein volles Programm gab es bei der Mitgliederversammlung des Vereins der Freunde und Förderer der Fachhochschule Deggendorf e.V. am Donnerstagabend im Josef-Rädlinger-Hörsaal der Hochschule. Neben den obligaten Berichten standen die Wahl der Vorstandschaft und ein hochkarätiger Vortrag von Prof. Dr. Klaus Landfried auf der Tagesordnung. Der Vorsitzende, Diplom-Ingenieur (FH) Karlheinz Lühmann, eröffnete die Mitgliederversammlung mit einem Tätigkeitsbericht des Vorstandes und ließ die Ereignisse der vergangenen Monate Revue passieren. Sein besonderer Dank ging an die Mitglieder des Vorstandes für die gute Zusammenarbeit. Ferner dankte er der Stadt Deggendorf und der Sparkasse für die besondere Unterstützung. Lühmann führte weiter aus, dass der Verein derzeit 467 Mitglieder zählt. Freilich, so ließ er durchblicken, hätte man gerne die “Schallmauer"von 500 Mitgliedern durchbrochen. Daher forderte er alle Anwesenden auf, in ihrem Kreis für neue Mitglieder zu werben, um dieses Ziel möglichst rasch zu erreichen. Als besondere Leistung des Vereins strich Lühmann die Anmietung von mehreren Unterrichtsräumen in der vhs heraus. In der Fachhochschule standen keine geeigneten Räume aufgrund der Raumnot zur Verfügung. Durch den Verbund Förderverein, Stadt, Sparkasse und vhs wurden geeignete Räume organisiert und finanziert, so dass der Studiengang Tourismusmanagement in Deggendorf installiert werden konnte.

Vorsitzender Lühmann begrüßte namentlich: Oberbürgermeisterin Anna Eder, MdL Gudrun Peters, stellvertretenden Landrat Peter Erl, die Bezirksräte Renate Franzel und Margret Tuchen, Alt-Oberbürgermeister Dieter Görlitz, stellvertretend für die vielen anwesenden Bürgermeister, Hermann Hackl, Bürgermeister der Gemeinde Schaufling sowie einige Stadt- und Kreisräte. Der Verein der Freunde und Förderer der Fachhochschule Deggendorf e.V. wurde am 18. Oktober 1994 gegründet. Er hat sich zum Ziel gesetzt, die Fachhochschule zu fördern und für ihren kontinuierlichen Aufbau einzutreten, des Weiteren Forschung und Lehre zu fördern, sowie die Verbindung der Fachhochschule mit den Bürgern der Stadt und der Region anzuregen und zu pflegen. Unter dem Vorsitz von Karlheinz Lühmann (bis 2003 Geschäftsführer der Firma Kermi, Plattling), der seit 1994 den Vorsitz inne hatte, wurden die Kontakte der Fachhochschule Deggendorf zur Wirtschaft besonders gepflegt. Nach zehnjähriger Amtszeit stand dieser zur Wiederwahl zum Vorsitzenden nicht mehr zur Verfügung.

Aus den anschließenden Neuwahlen, bei der Hermann Hackl als Wahlleiter fungierte, ging Dr. Josef Dachs, Geschäftsführer der Deggendorfer Werft, als neuer Vorsitzender hervor. Als Stellvertreter wurden Anna Eder, Dieter Görlitz, Prof. Reinhard Höpfl, Karlheinz Lühmann und Peter Radlsbeck gewählt. Schatzmeister wurde wieder Sparkassen-Chef Erwin Schmid. Zuvor gab Schmid seinen Kassenbericht ab. Leider seien die Spendeneingänge rückläufig. Umso mehr dankte er den Spendern für die Unterstützung und wies darauf hin, dass mit den Geldern viele Dinge gefördert und angeschafft würden, für die es in einer Fachhochschule keinen Haushaltsansatz gebe. Er nannte beispielhaft die Einrichtung leistungsstarker Internetzugänge für das neue Studentenwohnheim, den Kauf diverser Hard- und Software oder auch die Werbung für die Hochschule. Die Kassenprüfung wurde durch Hermann Hackl vorgenommen, von dem auch eine einwandfreie Kassenführung bescheinigt wurde. Der einstimmigen Entlastung der alten Vorstandschaft per Akklamation stand damit nichts mehr im Wege. Nachdem zum Punkt Wünsche und Anträge keine Wortmeldungen kamen, leitete der Präsident der Fachhochschule Deggendorf, Prof. Dr. Reinhard Höpfl, zum zweiten Teil des Abends über. Er gratulierte Dr. Dachs zur Wahl und bedankte sich bei Karlheinz Lühmann im Namen der Mitglieder der Hochschule, der Professorinnen und Professoren, Mitarbeiter und Studierenden für die zehnjährige Tätigkeit als Vorsitzender des Vereins der Freunde und Förderer der FH. Als symbolisches Zeichen des Dankes überreichte Prof. Höpfl an Karlheinz Lühmann ein Museumsreplikat, einen Knaben mit der Gans. Prof. Höpfl erinnerte daran, dass es seit letztem Jahr einen “Karlheinz-Lühmann-Hörsaal" in der FH gibt. Der Präsident bedankte sich weiter für die Unterstützung und Hilfe, die für den Aufbau und die Entwicklung gegeben wurde. “Die Fachhochschule Deggendorf hat sich in diesen Jahren dank Ihrer großartigen Unterstützung so dynamisch entwickelt. Von null auf nahezu zweieinhalbtausend Studierende in zehn grundständigen Studiengängen und mehreren berufsbegleitenden Weiterbildungsgängen. Sie hat neben der Lehre und Weiterbildung Tritt gefasst in der Forschung und Entwicklung sowie im Wissens- und Technologietransfer³, führte Prof. Höpfl aus.

“Studenten aus der ganzen Welt anlocken"
Für die Zukunft sieht der FH-Präsident eine weitere Zunahme der Studierenden. Er prognostizierte für die nächsten drei Jahre 3000 Studierende in Deggendorf und in weiteren fünf Jahren 4000. Reinhard Höpfl: “Wir wollen viele Studierende locken, nach Deggendorf zu kommen, aus der Region, aus Deutschland und aus der ganzen Welt³. Die Globalisierung macht auch vor den Hochschulen nicht halt, deswegen hat man mit Prof. Dr. Klaus Landfried einen profunden Kenner eingeladen, der schon in den vergangenen Jahren stets versucht hat, die Hochschulen auf die Globalisierung vorzubereiten. Prof. Landfried war bis vor kurzem Präsident der Hochschulrektorenkonferenz und vorher Präsident der Universität Kaiserslautern und wiederum vorher Ordinarius für Politische Wissenschaften an der Universität Heidelberg. Das Thema seines Vortrags lautete: “Die deutschen Hochschulen im internationalen Wettbewerb". Rhetorisch brillant, spritzig und pointiert stellte der Referent das deutsche Behördentum an den Pranger, das seiner Meinung nach in vielen Bereichen die dringend notwendigen Reformen behindere. “Deutschland braucht eine Aufholjagd in allen Feldern der Bildung und Wirtschaft um verloren gegangenes Terrain wieder zu gewinnen", mahnte der Professor. Deutschland sei zwar Exportweltmeister, aber der Schein trüge. Fakt sei, so Prof. Landfried weiter, dass international ständig Marktanteile verloren gingen, was auch ursächlich auf mangelnde Präsenz deutscher Firmen zurück zu führen sei. Dabei verstehe er unter Präsenz im Ausland auch personifizierte Präsenz, Repräsentanten die mit ihrem Wissen und Tun die Produkte und Dienstleistungen aggressiv verkaufen. Landfried brach in seinem Vortrag eine Lanze für die Deutschen Hochschulen, die sich auch im internationalen Vergleich durch ihre Verbindung von Lehre und Forschung besonders auszeichneten. “Absolventen Deutscher Hochschulen seien überall auf der Welt begehrt", so der Referent. Nicht viel hält er daher vom Aufbau deutscher Elitehochschulen, von denen in letzter Zeit so viel gesprochen wurde. Elite forme sich, bei entsprechender Förderung, seiner Meinung nach aus einer möglichst breiten Schicht leistungswilliger junger Menschen. Das Problem sei vielmehr darin zu sehen, dass die deutschen Hochschulen finanziell unterfinanziert seien. Landfried schlug vor, 30 bis 40 Prozent der Gelder künftig aus Forschungsprojekten oder ähnlichem zu erlösen. Auch neue Angebote, wie zum Beispiel Weiterbildungsmaßnahmen, könnten als Einnahmequellen dienen.

 

Plattlinger Anzeiger vom 14.02.04

 

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