Was man auf Bali über Bayern denkt - Studenten der FH Deggendorf berichten von ihrem Auslandsstudium |
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Selamat siang! - einen "Guten Tag" aus Indonesien wünschten die Austauschstudenten Andreas Bloch aus Vilshofen, Michael Wimmer aus Eggenfelden (beide Betriebswirtschaft) und Peter Rixinger aus Landau/Isar (Wirtschaftsinformatik) via E-Mail der Leiterin des Akademischen Auslandsamtes an der Fachhochschule Deggendorf, Dr. Elise von Randow. Des weiteren übermittelten Sie interessante Eindrücke aus diesem asiatischen Kulturkreis: "Wir haben mittlerweile mehr als die Hälfte unseres Auslandsstudiums an der Udayana University in Denpasar absolviert und können deswegen bereits von vielen Erfahrungen aus Asien berichten. Dass man als erstes an Urlaub denkt, wenn man unseren Studienort hört, ist verständlich. Was wir durch dieses Semester aber für uns selbst mit nach Hause nehmen können, haben wir vorher nicht ahnen können. Wir haben hier so einiges über eine andere Kultur gelernt, andere Lebensgewohnheiten und über Besonderheiten, die für uns Deutsche im Alltag zur Selbstverständlichkeit gehören. Zu unseren Studieninhalten gehört unter anderem der asiatisch-pazifische Wirtschaftsraum, das Problem der Korruption in Indonesien und die Politik des Landes. Viele hoffen hier, dass der neue Präsident das Land endlich voranbringt, denn Indonesien kämpft noch immer mit den Nachwirkungen der Asienkrise 1997/98. Indonesien ist ein riesiges Land mit knapp 220 Millionen Einwohnern mitten in Asien und einem Pro-Kopf-Einkommen von ca. 1.000 US Dollar. Wir lernen über die interessanten Chancen, die sich für ausländische Unternehmen ergeben, aber auch über große Risiken, wie die Politik, die Korruption und die Währungsrisiken. Weitere Inhalte unseres Studiums sind die Kultur Balis, und wir erwerben Grundkenntnisse der Landessprache. "Ohmswastiastu" heißt auf Bali, der "Insel der Götter", soviel wie das bayerische "Grüß Gott". Bali spielt wegen des Tourismus für Indonesien eine sehr wichtige Rolle. Die Balinesen haben in ihrer Kultur eine einzigartige Mischung aus Hinduismus und Buddhismus, welche sich im Laufe der Geschichte entwickelte. Das Leben der Balinesen dreht sich hauptsächlich um Familie, Tempelfeste und darum, im inneren Gleichgewicht mit der Welt zu sein. Wir haben sogar ein paar Parallelen zu Bayern gefunden. Was denkt man sich in Bali über einen Bayern? Er führt ein ruhiges und ausgewogenes Leben, solange man ihn nicht ärgert. Er ist stolz darauf, ein Bayer zu sein, weil er eben eine besondere Kultur innerhalb Deutschlands pflegt. Balinesen verbreiten auch nie Hektik und finden für alles eine Lösung. Die Freundlichkeit und Aufgeschlossenheit, mit der uns die Menschen hier an ihrem Leben und ihren Festen teilnehmen lassen, haben wir in dieser Form selten zuvor erlebt. Beim Sprachenlernen motiviert uns, dass die Sprache Malay in Malaysia zu 85% mit Indonesisch identisch ist und dass sowohl in Singapur, in den Südphilippinen als auch in Teilen Vietnams diese Sprache gesprochen wird. Das heißt von der Anzahl der Menschen, die diese Sprache als Muttersprache sprechen, ist Indonesisch - nach Englisch, Chinesisch, Spanisch und Russisch wohl die fünfthäufigste. Eine weitere gute Möglichkeit mehr über das Leben, die Kultur und die Bedingungen für Unternehmen hier vor Ort zu erfahren, bietet sich jede Woche bei Gastvorträgen und Exkursionen. Unter anderem hatten wir in diesem Rahmen die Gelegenheit die Produktionsbedingungen in einer der größten Plantagen hier auf Bali zu besichtigen. Man kann sich in Deutschland fast gar nicht mehr vorstellen, unter welch einfachen Bedingungen hier zum Teil gearbeitet wird. Fabriken oder größere Produktionsanlagen gibt es fast gar nicht. Die meisten Produkte werden in Handarbeit und meist auch in kleinen Familienbetrieben im Hinterhof gefertigt. Wer sich ein besseres Bild der Abläufe, Erlebnisse usw. hier in Indonesien und Südostasien machen will, darf sich unsere Internetseiten anschauen (http://www.ein-bayer-auf-bali). Peter Rixinger hat hier ein kleines Portal und Reisetagebuch eingerichtet".
Eigener Bericht vom 08. November 2004
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