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Hochschulpresse: Pressearchiv 2004

7. BayTech-Institut an Fachhochschule macht Kliniken bald zu Unternehmern


Aufbau und Betrieb IT-basierter Prozesse - Bisher nur 0,2 Prozent digitale Patientenakten

Deggendorf (af). Gestern ist an der Fachhochschule die siebte BayTech-Einrichtung eröffnet worden: das "Institut für Gesundheitsmanagement und Evidence-based IT" (BayTech IGM) unter Leitung von Prof. Horst Kunhardt. "Wenn der Wind des Wandels weht, bauen die einen Mauern und die anderen setzen Segel", sagt Siegfried M. Hartmann, Chef des BayTech-Geschäftsbereichs der Bayern Innovativ GmbH Nürnberg. Zu den Seglern gehört die junge FH, die ihre Mitbewerber v.a. in Technologie- und Wissenstransfer überflügelt. Diesmal setzt FH-Präsident Prof. Reinhard Höpfl auf den zukunftsträchtigen Markt Gesundheitswesen, der mit Netzwerken wettbewerbsfähig gemacht werden muss. Von 2200 deutschen Krankenhäusern verfügen nur 0,2 Prozent über digitale Patientenakten. Da gibt's Nachholbedarf.

Zu diesem Zweck hat er Prof. Horst Kunhardt, seit zehn Jahren EDV- und IT-Leiter des Klinikums Mainkofen, ins Boot geholt. Kunhardt wird seine Praxiserfahrungen in der Lehre weitergeben und mit BayTech IGM Konzepte der Gesundheitsökonomie in Kliniken, Praxen und Organisationen des Gesundheitswesens einführen und anwenden. Dazu gehören u.a. Beratung, Schulung, Einführung neuer Informationssysteme und deren Evaluierung. "ITSinnvoller IT-Einsatz", sagt Kunhardt, "ist die zentrale strategische Basis für den Weiterbestand der Kliniken."

Was heißt das in der Praxis? Die Ökonomen klären auf Basis medizinischer Fakten den Nutzwert von Leistungen für Patienten und empfehlen entsprechend individuelle, öffentlich-rechtlich fundierte Entscheidungen. Dabei werden der Patient als Kunde, das Krankenhaus als dienstleistendes Unternehmen betrachtet - und die Leistungen des Gesundheitswesens angemessen bewertet, so Kunhardt. In diesem Prozess führt der Arzt den Patienten als Lotse durchs zunehmend spezialisierte Gesundheitssystem mit kurzen Klinikaufenthalten. Einrichtungen wie ambulante Pflegedienste werden aufgewertet. Dies alles vernetzt. Denn Patienten-Informationen, die bislang mehrfach, teils sogar falsch in verschiedenen IT-Systemen von Arzt, Therapeut, Klinik etc. erhoben, gespeichert wurden und oft hohe Kosten verursacht haben, sollen durch das neue IT-Management strukturierter, aktueller, verlässlicher, relevanter und beherrschbarer gemacht werden. Aufbau und Betrieb strategischer Informationssysteme ist Sache von IGM. Aber auch Patienten sollen stärker eingebunden werden, wenn es um den Wert und die Kosten bestimmter Leistungen geht.

"Wir unterstützen das Projekt voll", so Höpfl, "zumal neben 35 internationalen Forschungspartnern Firmen, Behörden u.a. Einrichtungen von den Entwicklungsergebnissen partizipieren." So wird z.B. mittels IT die Infoflut über Wirkungen von Thermalwasser im Bäderdreieck zuverlässig und für selbst zahlende Kurgäste relevant im Internet aufbereitet und Marketing effektiv unterstützt.

 

Deggendorfer Zeitung vom 28. Oktober 2004

 

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