|
 |
Einrichtung unterstützt Gesundheitsfirmen im IT-Bereich Prozess "positiv
beeinflussen"
Deggendorf (flo).
Die Informationstechnologie gewinnt in allen Bereichen des Lebens an Bedeutung.
Auch das Gesundheitswesen bleibt davon nicht verschont. Prozesse effizient
und effektiv zu gestalten, lautet hier das Credo für die Zukunft. Das
"Institut für Gesundheitsmanagement und Evidence-based IT" (BayTech IGM)
unterstützt Organisationen des Gesundheitswesens bei Aufbau und Betrieb
IT-basierter Prozesse. Gestern wurde das Institut von FH-Präsident Professor
Dr. Reinhard Höpfl, dem Leiter der BayTech IGM Professor Dr. Horst Kunhardt
und dem Leiter des Geschäftsfeldes BayTech, Bayern Innovativ GmbH, Nürnberg,
Diplom-Betriebswirt Siegfried M. Hartmann eröffnet.
Die ständig wachsende Forderung nach Effizienz und Qualität in unserem
Gesundheitswesen führe dazu, so Professor Dr. Kunhardt, dass immer mehr
Prozesse von der Informationstechnologie geprägt würden. Krankenhäuser
oder Arztpraxen seien komplexe Systeme, in denen unterschiedliche Berufsgruppen,
Patienten, Angehörige, Krankenkassen und der Gesetzgeber Informationen
austauschen. Diese gewonnenen Informationen werden oft an mehreren Stellen
gleichzeitig erhoben und gespeichert, was mitunter zu Fehlern, den "Schnittstellenproblemen",
führe. Daten über den Behandlungsverlauf und Abrechnungsdaten würden aufgrund
der weiter steigenden Dokumentationsdichte von den Behandelnden in jeweils
eigenen IT-Systemen gespeichert. Neben der bekannten Probleme der Datenredundanz
und der damit verbundenen Gefahr der Dateninkonsistenz wird die Steuerung
des Systems "Krankenhaus" oder "Praxis" schwierig handhabbar. Die aktuelle
Diskussion über die Kosten und die Qualität des Gesundheitssystems würden
dies deutlich machen. Für die Verantwortlichen im Gesundheitssystem sei
somit ein gut funktionierendes Controlling, eine verlässliche IT-Infrastruktur
und eine gute IT-Durchdringung in den verschiedenen Bereichen von großer
Bedeutung. Die Geschwindigkeit, mit der sich die Prozesse und Vorgaben
im Gesundheitssystem ändern würden, sei ohne ein klares und gut strukturiertes
Management nicht mehr beherrschbar. Aufgrund der Langzeitwirkung des IT-Einsatzes,
so Kunhardt, sei jedoch für eine Organisation im Gesundheitswesen ein
multidisziplinärer Nutzen schwierig feststellbar und messbar.
Ziel des Instituts sei es, die Qualität, die Relevanz und die Aktualität
von IT-basierten Prozessen in Organisationen des Gesundheitswesens mittels
der Methodik der Evidence-based Medicine zu unterstützen. Dazu gehöre
der Aufbau und der Betrieb strategischer Informations- oder Praxissysteme,
sowie die Bewertung der eingesetzten Verfahren. Dies sei immer mit dem
Ziel verbunden, valide und relevante Informationen unter Beachtung des
Datenschutzes zu gewinnen. Ein weiteres Ziel des Instituts für Gesundheitsmanagement
bestehe in der Unterstützung bei der Organisationsentwicklung des IT-Bereichs
im Gesundheitswesen. Hierzu zählen Lösungen wie die konsequente Umsetzung
eines Prozesskonzepts, der Aufbau von Wissensmanagement-Systemen in Verbindung
mit User-Help-Desks und der Aufbau eines IT-Controllings.
Bei der Bewertung von erbrachten Leistungen des Gesundheitssystems sei
man auf gültige Informationen angewiesen. Man kenne zwar die Kosten des
Gesundheitssystems, aber selten den Wert von bestimmten Leistungen. Dazu
sei eine stärkere Einbindung des Patienten erforderlich. Konkret bedeutet
dies allerdings auch Nachteile für die Patienten. So werden Eingriffe
künftig nicht generell getätigt, sondern es wird im Einzelfall genau abgewogen,
ob das Resultat eines Eingriffs im Verhältnis zum Aufwand steht. "Das
bringt sicherlich mit sich, dass manche Patienten mit kleineren Einschränkungen
leben müssen oder die Eingriffe selbst bezahlen müssen", gibt Professor
Dr. Horst Kunhardt zu. "Es ist aber einfach so, dass eben nur eine begrenzte
Anzahl an Mitteln zur Verfügung steht, aus denen im Gesundheitssystem
geschöpft werden kann."
Dieser Prozess sei ohnehin nicht aufhaltbar. "Es ist also besser wenn
wir selbst daran mitgestalten und das Positivste daraus machen", sagt
Kunhardt. FH-Präsident Professor Dr. Höpfl begrüßt die Einrichtung des
mittlerweile siebten Baytech-Institus an der FH ausdrücklich. "Die Zusammenarbeit
mit dem Geschäftsbereich BayTech der Bayern Innovativ GmbH schafft Synergien
im Wissens- und Technologietransfer und bietet eine ideale Dienstleistungsplattform
für Dritte." Durch die Kooperation stehe nun in Ostbayern eine gebündelte
Kompetenz zur Unterstützung der Lösung von IT-Problemen in den unterschiedlichsten
Gesundheitssektoren bereit.
Donau Anzeiger vom 28.
Oktober 2004
zurück zur Übersicht |