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Hochschulpresse: Pressearchiv 2004

Siebtes BayTech-Institut an der FH eröffnet



Einrichtung unterstützt Gesundheitsfirmen im IT-Bereich ­ Prozess "positiv beeinflussen"

Deggendorf (flo).
Die Informationstechnologie gewinnt in allen Bereichen des Lebens an Bedeutung. Auch das Gesundheitswesen bleibt davon nicht verschont. Prozesse effizient und effektiv zu gestalten, lautet hier das Credo für die Zukunft. Das "Institut für Gesundheitsmanagement und Evidence-based IT" (BayTech IGM) unterstützt Organisationen des Gesundheitswesens bei Aufbau und Betrieb IT-basierter Prozesse. Gestern wurde das Institut von FH-Präsident Professor Dr. Reinhard Höpfl, dem Leiter der BayTech IGM Professor Dr. Horst Kunhardt und dem Leiter des Geschäftsfeldes BayTech, Bayern Innovativ GmbH, Nürnberg, Diplom-Betriebswirt Siegfried M. Hartmann eröffnet.

Die ständig wachsende Forderung nach Effizienz und Qualität in unserem Gesundheitswesen führe dazu, so Professor Dr. Kunhardt, dass immer mehr Prozesse von der Informationstechnologie geprägt würden. Krankenhäuser oder Arztpraxen seien komplexe Systeme, in denen unterschiedliche Berufsgruppen, Patienten, Angehörige, Krankenkassen und der Gesetzgeber Informationen austauschen. Diese gewonnenen Informationen werden oft an mehreren Stellen gleichzeitig erhoben und gespeichert, was mitunter zu Fehlern, den "Schnittstellenproblemen", führe. Daten über den Behandlungsverlauf und Abrechnungsdaten würden aufgrund der weiter steigenden Dokumentationsdichte von den Behandelnden in jeweils eigenen IT-Systemen gespeichert. Neben der bekannten Probleme der Datenredundanz und der damit verbundenen Gefahr der Dateninkonsistenz wird die Steuerung des Systems "Krankenhaus" oder "Praxis" schwierig handhabbar. Die aktuelle Diskussion über die Kosten und die Qualität des Gesundheitssystems würden dies deutlich machen. Für die Verantwortlichen im Gesundheitssystem sei somit ein gut funktionierendes Controlling, eine verlässliche IT-Infrastruktur und eine gute IT-Durchdringung in den verschiedenen Bereichen von großer Bedeutung. Die Geschwindigkeit, mit der sich die Prozesse und Vorgaben im Gesundheitssystem ändern würden, sei ohne ein klares und gut strukturiertes Management nicht mehr beherrschbar. Aufgrund der Langzeitwirkung des IT-Einsatzes, so Kunhardt, sei jedoch für eine Organisation im Gesundheitswesen ein multidisziplinärer Nutzen schwierig feststellbar und messbar.

Ziel des Instituts sei es, die Qualität, die Relevanz und die Aktualität von IT-basierten Prozessen in Organisationen des Gesundheitswesens mittels der Methodik der Evidence-based Medicine zu unterstützen. Dazu gehöre der Aufbau und der Betrieb strategischer Informations- oder Praxissysteme, sowie die Bewertung der eingesetzten Verfahren. Dies sei immer mit dem Ziel verbunden, valide und relevante Informationen unter Beachtung des Datenschutzes zu gewinnen. Ein weiteres Ziel des Instituts für Gesundheitsmanagement bestehe in der Unterstützung bei der Organisationsentwicklung des IT-Bereichs im Gesundheitswesen. Hierzu zählen Lösungen wie die konsequente Umsetzung eines Prozesskonzepts, der Aufbau von Wissensmanagement-Systemen in Verbindung mit User-Help-Desks und der Aufbau eines IT-Controllings.

Bei der Bewertung von erbrachten Leistungen des Gesundheitssystems sei man auf gültige Informationen angewiesen. Man kenne zwar die Kosten des Gesundheitssystems, aber selten den Wert von bestimmten Leistungen. Dazu sei eine stärkere Einbindung des Patienten erforderlich. Konkret bedeutet dies allerdings auch Nachteile für die Patienten. So werden Eingriffe künftig nicht generell getätigt, sondern es wird im Einzelfall genau abgewogen, ob das Resultat eines Eingriffs im Verhältnis zum Aufwand steht. "Das bringt sicherlich mit sich, dass manche Patienten mit kleineren Einschränkungen leben müssen oder die Eingriffe selbst bezahlen müssen", gibt Professor Dr. Horst Kunhardt zu. "Es ist aber einfach so, dass eben nur eine begrenzte Anzahl an Mitteln zur Verfügung steht, aus denen im Gesundheitssystem geschöpft werden kann."

Dieser Prozess sei ohnehin nicht aufhaltbar. "Es ist also besser wenn wir selbst daran mitgestalten und das Positivste daraus machen", sagt Kunhardt. FH-Präsident Professor Dr. Höpfl begrüßt die Einrichtung des mittlerweile siebten Baytech-Institus an der FH ausdrücklich. "Die Zusammenarbeit mit dem Geschäftsbereich BayTech der Bayern Innovativ GmbH schafft Synergien im Wissens- und Technologietransfer und bietet eine ideale Dienstleistungsplattform für Dritte." Durch die Kooperation stehe nun in Ostbayern eine gebündelte Kompetenz zur Unterstützung der Lösung von IT-Problemen in den unterschiedlichsten Gesundheitssektoren bereit.

 

Donau Anzeiger vom 28. Oktober 2004

 

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