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Hochschulpresse: Pressearchiv 2004

Ein grünes Stückchen Heimat im Stadtpark

Stadt Deggendorf und FH pflanzen Bäume im Stadtpark


14 Bäume aus 14 Ländern für die Gaststudenten gepflanzt ­ Stadt und FH teilen Kosten

Deggendorf. (flo)
Die Deggendorfer Fachhochschule hat sich mittlerweile weit über die Grenzen des Landkreises und Bayerns hinaus einen guten Namen gemacht. Das hat zur Folge, dass auch viele ausländische Studenten in der Stadt zu Gast sind. Auf Anregung einer Studentin aus Moldawien war die Idee gereift, Bäume aus den jeweiligen Heimatländern der ausländischen Studenten in Deggendorf zu pflanzen, um eine bleibende Erinnerung und ein Stück Heimat für die Studenten in Deggendorf zu schaffen.
Oberbürgermeisterin Anna Eder war gemeinsam mit Baudirektorin Sabine Ruhstorfer und Stadtgärtner Robert Schmid in den Stadtpark gekommen, dort trafen kurze Zeit später auch Ingrid Buchmüller als direkte Nachbarin ­ die Buchmüllers sind Eigentümer der alten Kaserne ­ und FH-Präsident Professor Dr. Reinhard Höpfl sowie Auslandsbeauftragte Professor Dr. Ilse von Randow ein. Eine Abordnung der Studenten wohnte der Pflanzaktion ebenfalls bei. Im idyllischen Stadtpark sollen sich bis zum Jahresende 14 Bäume mehr im Wind wiegen. Ein Teil davon wurde bereits gestern gepflanzt. Ein Spitzahorn mit dem royalen Namen "Queen Elisabeth", eine Zeder als rumänischer Nationalbaum, sogar eine japanische Blütenzierkirsche steht bereits. Dabei handelt es sich übrigens um eine ganz besondere Zierkirschen-Art, unter der in Japan alljährlich die berühmten Kirschblütenfeste stattfinden. Vielleicht wird es ja auch bald im Deggendorfer Stadtpark so ein Fest geben? Unumstrittener "Star" des Nachmittags war allerdings ein Baum mit dem hochtrabenden Namen "Sequoiadendrong giganteum" ­ zu deutsch Mammutbaum. Dieser Baum kann bis zu 80 Meter hoch werden, er stammt eigentlich aus Nordamerikas Westen. In Deggendorf "gilt" er für alle Gaststudenten aus Amerika. Einen Sonderstatus nimmt er alleine schon dadurch ein, dass er von Oberbürgermeisterin Anna Eder, gemeinsam mit Präsident Höpfl und der Auslandsbeauftragten von Randow eigenhändig und unterstützt von den Studenten eingepflanzt wurde.

Anna Eder betonte vorab, dass sie von der Idee von vornherein angetan gewesen wäre. Genau wie diese Bäume im Stadtpark verwurzelt seien, sollen auch die Studenten in Deggendorf Wurzeln schlagen und zur Blüte geführt werden. "Wir wollen mit dieser Aktion auch anderen Universitäts- und Fachhochschulstädten ein Beispiel geben", so Eder. Schön fand es die Oberbürgermeisterin überdies, dass sich die Fachhochschule die Kosten für die Aktion mit der Stadt teilt. Begeistert zeigten sich auch Höpfl und von Randow von der Aktion. Der FH-Präsident: "Wir freuen uns, dass wir so gut in der Stadt integriert sind."

Herausforderung für Gärtner

Erfreut war auch ein anderer. Für Stadtgärtner Robert Schmid ist der Mammutbaum eine große Herausforderung. "Das ist ungefähr so, als müsste ein Fliesenleger drei Turnhallenböden hintereinander kacheln und dürfte dann ein Marmorbad gestalten", brachte Schmid einen bildhaften Vergleich. Der Mammutbaum könne prinzipiell in Deutschland genauso groß werden wie in Amerika. "Dafür braucht er aber während der ersten Jahre besondere Pflege", weiß Schmid. "Besonders der Kahlfrost kann ihm nämlich zu schaffen machen." Geht im Winter die Temperatur an den Gefrierpunkt, ohne dass Schnee liegt, dann ist künftig die Stadtgärtnerei zum Handeln aufgerufen. "Wir müssen den Boden rund um unseren Mammutbaum im Winter immer mit Schnee bedecken", erklärte der Fachmann, "nach einiger Zeit hat er sich dann an die hiesigen Klimaverhältnisse gewöhnt." Der Mammutbaum ist der erste seiner Art auf einer öffentlichen Fläche im Landkreis.

Für die Pflanzaktion wurden übrigens nur solche Baumarten und -sorten ausgewählt, die unter hiesigen klimatischen Bedingungen wachsen können. Die Gaststudenten aus tropischen oder subtropischen Ländern müssen also Mal ein Auge zudrücken, wenn aus ihrem Land kein Baum gesetzt werden kann. "Dafür hat die Stadt aber bei den Sommerblumen jede Menge an Pflanzen im Sortiment, die auch in diesen Ländern beheimatet sind", beruhigte die Oberbürgermeisterin. Vor allem die Rankgewächse an den Deggendorfer Laternenmasten kämen fast ausschließlich aus diesen Ländern. Den Deggendorfer wird sich schon bald im Stadtpark eine pflanzliche Vielfalt präsentieren, die in dieser Form nicht überall anzutreffen sein dürfte. Sehr viele Deggendorfer Gaststudenten können dann in ihrer Freizeit zu ihrem Heimatbaum pilgern. "Wir verstehen das als Deggendorfer Willkommensgruß und Zeichen der Verbundenheit zu den Studenten", so die Oberbürgermeisterin. "Es soll ja auch den einen oder anderen Fall von Heimweh geben, vielleicht können die Bäume ja auch hier helfen." Die Pflege und Betreuung der Anlage wird durch die Stadtgärtnerei im Rahmen der allgemeinen Unterhaltung im Stadtpark übernommen. Die Beschaffungskosten für alle Bäume liegen mit 2614 Euro durchaus in einem vertretbaren Rahmen für 14 Bäume. Für 2005 ist eine Erweiterung des ausländischen Baumbestandes um weitere zehn bis 15 Bäume vorgesehen, für deren Beschaffung wiederum die Stadt und die Fachhochschule Deggendorf je zur Hälfte die anfallenden Kosten übernehmen werden. Ein kleines "Zuckerl" hatte zum Abschluss noch Baudirektorin Sabine Ruhstorfer: "Wenn alle Bäume stehen, werden wir sie noch mit Tafeln versehen, die über Namen und Herkunftsland Aufschluss geben."

 

Donau Anzeiger vom 8. Oktober 2004

 

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