|
 |
OB Anna Eder begrüßte 43 Austauschstudenten Lob für die AKI-Studentenbetreuer
Deggendorf. (flo)
"Wenn einer eine Reise tut, ..." dann steht er manchmal
ziemlich verloren da. In einem fremden Land, der Sprache nicht mächtig, da
ist guter Rat teuer. Für die 43 Austauschstudenten, die seit der vergangenen
Woche neu in Deggendorf sind, ist die Lage da schon deutlich besser. Sie
werden von Deggendorfer Studenten an die Hand genommen und erhalten in allen
Bereichen viel Hilfe. Am Donnerstagnachmittag begrüßte Anna Eder die
ausländischen Gäste im Plenarsaal des Neuen Rathauses.
Bartosz Niedzielski ist 24 Jahre alt und kommt aus Polen. Dort hat er an der
Krakauer Universität studiert. Weil Niedzielski besonders qualifiziert ist,
hat der junge Mann ein Stipendium von der Hans-Seidel-Stiftung erhalten,
jetzt wohnt er seit einer Woche in einer Wohnung an der Ruselstraße. An der
Deggendorfer FH wird Bartosz International Management studieren.
Dass er dabei viel mehr Freiheiten in der Kombination seiner Fächer hat,
unterscheidet seiner Meinung nach das deutsche Hochschulsystem sehr positiv
vom polnischen. "Wenn ich Zuhause ein Fach von vornherein nicht in meinem
Fächerpaket enthalten habe, dann kann ich das auch nicht wahlweise belegen",
erklärt er. "In Deutschland geht das aber." Bartosz hat auch schon in London
studiert, was Deggendorf seiner Meinung nach allerdings am positivsten von
allen anderen Städten, die er bislang bereist hat, unterscheidet, ist die
Freundlichkeit seiner Bewohner. "Als ich in der vergangenen Woche hier
angekommen bin, stand ich ziemlich verloren da", erzählt er. "Ich wusste
zwar, dass meine Wohnung in der Ruselstraße ist, wo aber die Ruselstraße
liegt, wusste ich natürlich nicht." Ein Deggendorfer, den der junge Pole
fragte, packte ihn spontan in sein Auto und fuhr ihn bis vor die Haustür.
"So etwas wäre bei mir Zuhause undenkbar", freut sich Bartosz.
Auch Oberbürgermeisterin Anna Eder freute sich, 43 neue Gesichter aus aller
Herren Länder in ihrer Stadt willkommen heißen zu dürfen. Sie stellte
Deggendorf kurz vor und ging neben dem ausgezeichneten Ruf und den
Möglichkeiten an der FH vor allem auf die zahlreichen Freizeitoptionen ein,
die die "Neu-Deggendorfer" hier vorfinden.
Eine ihrer größten Hoffnungen, so Eder weiter, sei es, dass die Studenten
Deggendorf in guter Erinnerung behalten und auch nach dem Studium noch
einmal zurückkehren, vielleicht sogar, um in Deggendorf eine Arbeitsstelle
zu finden.
Wünschenswerte Engagement
Ein großes Lob zollte die Oberbürgermeisterin
den einheimischen Studenten vom Arbeitskreis International, die die ausländischen
Studienkollegen an der Hand nehmen und ihnen von den Behördengängen bis
zum abendlichen Ausgehen alles erklären, was man in und um Deggendorf
wissen muss. "Dieses Engagement würde sich jeder wünschen, der in ein
fremdes Land reist", sagte Anna Eder. Volkmar Kiefl und Armin Busler,
die beide seit zwei Jahren Mitglieder im AKI sind, sehen ihre Arbeit als
Selbstverständlichkeit an. "Sicher kostet das eine Menge Zeit", so Kiefl,
"die ist aber sinnvoll investiert." Auch selbst habe man es nämlich im
Gegenzug leichter, wenn man Mal ins Ausland reisen will. "Ich glaube kaum,
dass ich jemals wieder in einem Hotel übernachten muss, wenn ich in eines
unserer Partnerländer reisen will", lacht Kiefl. Viele Freundschaften
hätten sich bereits entwickelt. Neben dem Carpe Noctem in der Pilsstube
im Historischen Rathaus gibt es für die ausländischen Studenten übrigens
noch eine neue Möglichkeit, sich zu "beschnuppern". "Wir machen alle zwei
Wochen eine internationale Party im First Floor", erzählte Volkmar Kiefl.
"Da kann man sich ungezwungen kennenlernen." Die Studenten durften sich
zum Abschluss ihres Besuchs noch in das Gästebuch der Stadt eintragen,
dann bekamen sie ihre Immatrikulationsbescheinigungen ausgehändigt. Außerdem
gab es eines der wichtigsten Utensilien im studentischen Alltag: die Mensa-Card.
Donau Anzeiger vom 1. Oktober 2004
zurück zur Übersicht |