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Hochschulpresse: Pressearchiv 2004

Ausländische Einflüsse in die Stadt tragen


OB Anna Eder begrüßte 43 Austauschstudenten ­ Lob für die AKI-Studentenbetreuer

Deggendorf. (flo)
"Wenn einer eine Reise tut, ..." ­ dann steht er manchmal ziemlich verloren da. In einem fremden Land, der Sprache nicht mächtig, da ist guter Rat teuer. Für die 43 Austauschstudenten, die seit der vergangenen Woche neu in Deggendorf sind, ist die Lage da schon deutlich besser. Sie werden von Deggendorfer Studenten an die Hand genommen und erhalten in allen Bereichen viel Hilfe. Am Donnerstagnachmittag begrüßte Anna Eder die ausländischen Gäste im Plenarsaal des Neuen Rathauses.

Bartosz Niedzielski ist 24 Jahre alt und kommt aus Polen. Dort hat er an der Krakauer Universität studiert. Weil Niedzielski besonders qualifiziert ist, hat der junge Mann ein Stipendium von der Hans-Seidel-Stiftung erhalten, jetzt wohnt er seit einer Woche in einer Wohnung an der Ruselstraße. An der Deggendorfer FH wird Bartosz International Management studieren. Dass er dabei viel mehr Freiheiten in der Kombination seiner Fächer hat, unterscheidet seiner Meinung nach das deutsche Hochschulsystem sehr positiv vom polnischen. "Wenn ich Zuhause ein Fach von vornherein nicht in meinem Fächerpaket enthalten habe, dann kann ich das auch nicht wahlweise belegen", erklärt er. "In Deutschland geht das aber." Bartosz hat auch schon in London studiert, was Deggendorf seiner Meinung nach allerdings am positivsten von allen anderen Städten, die er bislang bereist hat, unterscheidet, ist die Freundlichkeit seiner Bewohner. "Als ich in der vergangenen Woche hier angekommen bin, stand ich ziemlich verloren da", erzählt er. "Ich wusste zwar, dass meine Wohnung in der Ruselstraße ist, wo aber die Ruselstraße liegt, wusste ich natürlich nicht." Ein Deggendorfer, den der junge Pole fragte, packte ihn spontan in sein Auto und fuhr ihn bis vor die Haustür. "So etwas wäre bei mir Zuhause undenkbar", freut sich Bartosz. Auch Oberbürgermeisterin Anna Eder freute sich, 43 neue Gesichter aus aller Herren Länder in ihrer Stadt willkommen heißen zu dürfen. Sie stellte Deggendorf kurz vor und ging neben dem ausgezeichneten Ruf und den Möglichkeiten an der FH vor allem auf die zahlreichen Freizeitoptionen ein, die die "Neu-Deggendorfer" hier vorfinden. Eine ihrer größten Hoffnungen, so Eder weiter, sei es, dass die Studenten Deggendorf in guter Erinnerung behalten und auch nach dem Studium noch einmal zurückkehren, vielleicht sogar, um in Deggendorf eine Arbeitsstelle zu finden.

Wünschenswerte Engagement

Ein großes Lob zollte die Oberbürgermeisterin den einheimischen Studenten vom Arbeitskreis International, die die ausländischen Studienkollegen an der Hand nehmen und ihnen von den Behördengängen bis zum abendlichen Ausgehen alles erklären, was man in und um Deggendorf wissen muss. "Dieses Engagement würde sich jeder wünschen, der in ein fremdes Land reist", sagte Anna Eder. Volkmar Kiefl und Armin Busler, die beide seit zwei Jahren Mitglieder im AKI sind, sehen ihre Arbeit als Selbstverständlichkeit an. "Sicher kostet das eine Menge Zeit", so Kiefl, "die ist aber sinnvoll investiert." Auch selbst habe man es nämlich im Gegenzug leichter, wenn man Mal ins Ausland reisen will. "Ich glaube kaum, dass ich jemals wieder in einem Hotel übernachten muss, wenn ich in eines unserer Partnerländer reisen will", lacht Kiefl. Viele Freundschaften hätten sich bereits entwickelt. Neben dem Carpe Noctem in der Pilsstube im Historischen Rathaus gibt es für die ausländischen Studenten übrigens noch eine neue Möglichkeit, sich zu "beschnuppern". "Wir machen alle zwei Wochen eine internationale Party im First Floor", erzählte Volkmar Kiefl. "Da kann man sich ungezwungen kennenlernen." Die Studenten durften sich zum Abschluss ihres Besuchs noch in das Gästebuch der Stadt eintragen, dann bekamen sie ihre Immatrikulationsbescheinigungen ausgehändigt. Außerdem gab es eines der wichtigsten Utensilien im studentischen Alltag: die Mensa-Card.

 

Donau Anzeiger vom 1. Oktober 2004

 

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