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Hochschulpresse: Presseartikel 2003

Fachhochschule sorgt für Aufbruchstimmung

Eröffnung des Rhode & Schwarz-Labors

Mitglieder des Finanzausschusses zu Gast - Für anstehende Erweiterung sensibilisiert

Deggendorf. Einen ungeahnten Boom erlebt derzeit die Fachhochschule. 2 000 Studenten sind bereits eingeschrieben, und jetzt wird sogar die 3 000er-Marke angepeilt. Gestern informierten sich die Mitglieder des Haushalts-Ausschusses des Bayerischen Landtags vor Ort über die aufstrebende Einrichtung. Der Präsident, Professor Dr. Reinhard Höpfl, versäumte nicht darauf hinzuweisen, dass angesichts der stetig steigenden Studentenzahlen schon bald eine Erweiterung notwendig werden könnte.

Wie die FH im Fall des Falles erweitert werden soll, steht bereits seit langem fest: Man denkt hierbei an das Gelände zwischen FH und Donau, wo sich derzeit noch der ehemalige "Bundes-Bauhof" (für Bundesstraßen zuständig) befindet. Wie Landtagsabgeordneter Hermann Niedermeier, Mitglied des wichtigen Ausschusses, gegenüber unserer Zeitung unterstrich, stehe das Gremium einer Erweiterung "aufgeschlossen" gegenüber. Er zeigte sich auch zuversichtlich, dass sich die gesamtwirtschaftliche Lage bald bessern und sich dann in den Kassen von Bund und Land auch wieder Geld für eine entsprechende Maßnahme befinde.

Der Prachtbau in klassisch-griechischem Stil wirke inzwischen "wie ein Magnet", unterstrich Präsident Höpfl in seinen Begrüßungsworten im so genannten "Oberbürgermeister-Dieter-Görlitz-Saal" der Fachhochschule. Neben den Parlamentariern waren auch Landrat Christian Bernreiter und Oberbürgermeisterin Anna Eder mit dabei. Anna Eder hatte die Gäste aus dem Maximilianeum zuvor im Neuen Rathaus begrüßt.

2 000 Studierende belegen derzeit die acht grundständigen Fächer Bauingenieurwesen, Elektrotechnik und Informationstechnik, Medientechnik, Maschinenbau und Mechotronik, Betriebswirtschaft, Internationales Management und Wirtschaftsinformatik. Auch drei Weiterbildungsstudiengänge werden angeboten: ein IT-Kompaktkurs, ein halbvirtuelles Programm in Wirtschaftsinformatik sowie die MBA-Studiengänge Management und Gesundheitsmanagement.

Studenten aus aller Welt

Das Haupteinzugsgebiet reicht von Passau bis Straubing, vom Bayerischen Wald über das Rottal bis hin zu den Landkreisen Altötting und Mühldorf. Das macht rund 70 Prozent der Studenten aus, weitere zehn Prozent kommen aus dem restlichen Bayern, zehn Prozent aus ganz Deutschland und zehn Prozent aus der ganzen Welt. Unterrichtet werden die jungen Leute von 65 Professorinnen und Professoren sowie hundert Lehrbeauftragten. Außerdem verfügt die Hochschule über 62 Mitarbeiter in der Verwaltung, der Bibliothek, dem Rechenzentrum, dem Sprachenzentrum, dem Auslandsamt und in den Labors. Dazu kommen zwanzig Projektmitarbeiter für Forschungs- und Entwicklungsprojekte. Studentenwerk und Facility Management sind mit weiteren 15 Mitarbeitern vertreten.
Neben dem wirtschaftlichen Faktor wirke die Fachhochschule wie ein "Katalysator" und sorge in der Region für Aufbruchsstimmung, hob Reinhard Höpfl hervor. Zehn Professoren haben inzwischen - quasi als Existenzgründer - Professoren-GmbHs oder "An-Institute" gegründet und dadurch siebzig Arbeitsplätze geschaffen.

Höpfl: "Wir sind gut in Fahrt"

"Ihre Entscheidung, in Deggendorf für die Region Donau-Wald eine FH zu gründen und Mittel dafür zu genehmigen, hat sich gelohnt und trägt Früchte", so der Präsident, an die 18 Parlamentarier aus allen Landtagsfraktionen gewandt. Und weiter: "Wir sind gut in Fahrt - in fünf bis sechs Jahren wird die Hochschule 3 000 Studierende haben, und wir werden weiter forschen und entwickeln, Patente anmelden und Firmen aus der Hochschule gründen und mit bereits bestehenden Firmen im Rahmen des Technologietransfers zusammenarbeiten." Die Hochschule sei "Ideenschmiede und Motor der Region" geworden, unterstrich Professor Reinhard Höpfl.

"Infrastruktur stimmt hier"

MdL Manfred Ach, Vorsitzender des Haushaltsausschusses, war voll des Lobes über die Einrichtung mit überregionaler Ausstrahlung. "Die Infrastruktur stimmt hier", so Ach, und auch die Lebensqualität in Deggendorf sei von hohem Niveau, was die Studenten zu schätzen wüssten. MdL Hermann Niedermeier meinte im Zusammenhang mit einer möglichen Erweiterung, das Geld sei hier "gut angelegt".
Alt-Oberbürgermeister Dieter Görlitz unterstrich, die Rechnung der bayerischen Hochschul-Politik sei voll aufgegangen, wie man am Beispiel Deggendorf sehen könne. Er selbst habe sich bereits seit dem Jahr 1965 stetig um eine Fachhochschule in Deggendorf bemüht. Der Chamer Abgeordnete Markus Sackmann unterstrich, dass auch die Oberpfalz von der FH Deggendorf profitiere. MdL Franz Meyer bezeichnete die Einrichtung als "Segen für Niederbayern". Nachdem sich die hohen Gäste aus München noch ausgiebig von der Qualität der Mensa überzeugt hatten, machten sie sich unverzüglich auf den Rückweg in den Landtag. Dort wartete auf die Politiker noch jede Menge Arbeit, standen doch noch am Nachmittag Fraktionssitzungen an. Peter Kallus

 

Plattlinger Anzeiger vom 03. April 2003

 

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