Deggendorfer Studenten vermessen Pharaonengrab |
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Hightech-Vermessung bei archäologischen Ausgrabungen in ThebenDeggendorf (dz). Archäologie hautnah erlebten die beiden Deggendorfer FH-Studenten Florian Gessler und Matthias Sogerer mit ihrem Betreuer Johann Gerner. Sie halfen bei der Vermessung des Totentempels Amenhotep Ill im ägyptischen Theben nahe dem Tal der Könige. "Colossi of Memnon Mapping Project", kurz COMMAP, heißt das Programm, an dem die beiden Deggendorfer einen Monat lang mitarbeiten durften. Ziel der Kampagne unter der Leitung des Archäologen Dr. Franz Schubert ist es, anhand einer möglichst feinen Darstellung der Geländeoberfläche archäologisch interessante Strukturen zu erkennen und bereits bekannte Fundstellen einzumessen. Die Arbeit in Ägypten war zugleich Grundlage für ihre Diplomarbeit, die von Prof. Dr. Bernhard Bösl betreut wird. Die nötigen Geräte hatten die Studenten im Gepäck - eine Weidener Firma hatte sie unter anderem mit einem sogenannten Tachymeter ausgerüstet, der dank eines Rundumprismas enorrn schnelle und präzise Messungen ermöglicht. 14 000 Messpunkte schafften die beiden in vier Wochen, mit Hilfe eines Laptops wurden die neuen Ergebnisse täglich ausgewertet. Im Grabungshaus, des Deutschen Archäologischen Instituts, nur wenige hundert Meter von der Grabungsstätte entfernt, bezogen die Deggendorfer dazu ein bescheidenes Büro. Gearbeitet wurde in einer multikulturellen Truppe, mit Spaniern, Franzosen, Armeniern und Iren. Von 7 bis 14 Uhr wurde gemessen, die Zeit nach dem Mittagessen verbrachten die beiden meistens mit den Auswertungsarbeiten am Laptop -bei Temperaturen von bis zu 34 Grad Celsius. Die Siesta wurde meist zum Lesen von Fachliteratur genutzt. "Gewöhnen mussten wir uns erst an das langsame Arbeitstempo der Ägypter", erzählen die beiden. Die Einheimischen mussten ihren Fastenmonat einhalten, durften von 4 Uhr morgens bis Sonnenuntergang weder essen noch trinken. Das Ende des Ramadan wurde dann mit einem großen Fest gefeiert. Arbeitsfrei waren die Freitage - Zeit genug, auch Sehenswürdigkeiten wie das Tal der Könige, die prachtvollen Tempelanlagen von Karnak und Luxor sowie den Assuan Staudamm zu besichtigen.
Deggendorfer Zeitung vom 16. Januar 2003
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