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Hochschulpresse: Pressearchiv 2001

Bundeswirtschaftsminister Werner Müller zu Besuch an der Fachhochschule und in der Deggendorfer Werft

Bundeswirtschaftsminister Werner Müller zu Besuch an der FH

Deggendorfer Qualitätsarbeit überzeugt den Minister

Von Wolfgang Lampelsdorfer

Deggendorf. Qualitätsmanagement im Tourismus und Präzisionsarbeit in der Werft: Beim Besuch von Wirtschaftsminister Werner Müller zeigte sich Deggendorf gestern von seiner besten Seite.

"Ich arbeite ja noch gar nicht, und bin schon so reich beschenkt", staunte der Bundesminister, bevor er an der FH den Startschuss für das neue Qualitätsmanagement-Programm gab (Bericht auf der Niederbayern-Seite). Eine Glaskugel gab's von Regierungspräsident Dr. Wilhelm Weidinger, Leberkäs und Weißwürste von MdB Bruni Irber. Und als Verdauungsschnapserl lieferte Dr. Josef Dachs, Chef der Deggendorfer Werft, eine Flasche Bärwurz nach.

Präsident Prof. Dr. Reinhard Höpfl informierte über die aufstrebende Fachhochschule und nutzte die Gelegenheit für eine Bitte: Die Ausstattung mit Großgeräten könne durchaus verbessert werden.

Weidinger, zugleich Vorsitzender des Tourismusverbands Ostbayern, stellte die neue Qualitätsoffensive auch den vielen Ehrengästen vor: Ideengeberin MdB Bruni Irber, MdB Horst Kubatschka, MdB Ernst Hinsken, OB Anna Eder, Alt-OB Dieter Görlitz, den Landräten der umliegenden Landkreise und den Spitzen der Kammern. Mehr Service und Kreativität verspricht sich Werner Müller von dem Modellprojekt. Schließlich stehe der Fremdenverkehr im Wettbewerb mit Regionen in der ganzen Welt. Allzuoft werde man noch angeraunzt, wenn man es als Gast wagt, Tische zusammenzuschieben oder nach einer anderen Zubereitungsart der Speisen zu fragen.

Staunen dann bei einem Rundgang durch die Hallen der Werft. Geschäftsführer Dr. Dachs stellte das Traditionsunternehmen vor, das derzeit rund 425 Mitarbeiter beschäftigt, darunter 63 Ingenieure und 45 Kaufleute. Ein Lob vom Minister gab's für die stolze Zahl von 55 Auszubildenden. Trotz der Kälte ließ es sich Müller nicht nehmen und kraxelte im Anzug auf der "Chao Ta 12" herum, die sich gleich nach dem Besuch von Deggendorf verabschiedete. Das 35 Millionen Mark teure Schiff schippert nun im Schubverband Richtung Thailand.
Eine Reise mit Problemen, wie Dr. Dachs bei einer Leberkäs-Brotzeit dem Minister deutlich machte. Weil die Donau bei Vilshofen momentan nicht genug Tiefgang hat, werden 60 000 Liter Diesel im Tankwagen nach Passau gebracht, wo der Treibstoff dazugebunkert wird. "Wir brauchen dringend den Donauausbau", so Dr. Dachs. Und auch OB Anna Eder bat um eine rasche Entscheidung, um endlich Planungssicherheit zu haben. Beim Wirtschaftsgespräch forderten Vertreter der Kammern, den Topf zur Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur wieder besser zu füllen, sich aber auch frühzeitig auf die EU-Osterweiterung vorzubereiten. "Wenn nicht alle Verkehrsträger ausgebaut werden, droht der Kollaps", warnte Toni Hinterdobler, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer. Nach vier Stunden verabschiedete sich der Minister. Eine Rückkehr ist nicht ausgeschlossen: OB Eder lud den bekennenden Deutschland-Urlauber ins schöne Deggendorfer Land ein.

 

Deggendorfer Zeitung vom 3. Februar 2001

 

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